Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 7 (7.1841)
- Date
- 1841-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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O>« Kurden. »07 Häuptling des Orts hatte sich mit seiner Fahne hinein geworfen. Für ihn war keine Rettung auf dieser Erde, denn Gnade konnte er nicht hoffen, er wollte daher nur sein Leben theuer verkaufen. — Ich war während dem zu Hafis Pascha geritten, welcher dem Kampfe unten von einem kleinen Hügel züsah; dorthin brachte man die erbeuteten Waffen und Gefangenen. Männer und Weiber mit blutenden Wunden, Säuglinge und Kinder jedes Alters, abgeschnittene Köpfe und Ohren, Alles wnrde den Ueberbringern mit einem Geldgeschenke von SO bis 100 Piastern bezahlt. M. (ein andrer preußischer Offirier) wusch den verwundeten Gefangenen die Wunden aus und verband sie, so gut eS gehen wollte. Der schweigende Kummer der Kurden, die laute Verzweiflung der Frauen gewährte einen herzzerreißenden Anblick.» Nach einem Rasttage ging der Zug weiter in die Berge; eine unglaubliche Menge Gefangener wurde znsammengetrieben, und endlich, in die höchsten und unersteiglichsten Schlupfwinkel zurückgedrängt, boten die Kurden Unterwerfung an. Hafis Pascha verlangte, sie sollten ihre Gebirge verlassen und sich in der Ebene art» pflanzen. Dort versprach er ihnen den zehnfachen Grundbesitz; er gelobte ihnen drei Jahre lang völlige Befreiung von allen Stenern und Aushebungen, und schilderte ihnen die Reichthümer, die sie durch Seidenbau und Pferdezucht gewinnen konnten, statt Maulbeeren zn pflücken und Schafe zu hüten. Diese Vorschläge fanden aber bei dem an seine Berge gewöhnten Volke so wenig Eingang, daß vielmehr alles wieder zu den Waffen griff und die Metzeleien erneuert werden mußten. Hafis Pascha hatte, wie es scheint, bemerkt, daß die europäischen Officiere in seinem Heerlager die Gräuel dieses Krieges nicht loben konnten, und es mochte ihn