Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 7 (7.1841)
- Date
- 1841-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Di« Kurden. 20« Flußthälern, an Berglehnen hin; oft aber war der Pfad so gewunden und steil, daß Menschenhände das Beste thun mußten. Die Flüsse legten unS große Hindernisse in den Weg; das Doghan-suj war ISO Schritte breit und noch viel reißender als der Tigris; die Schlauchstöße kamen über 1000, selbst über 1500 Schritte unter, halb des Abfahrtspunctes an; wir brauchten volle zweimal vierundzwanzig Stunden, um unser kleines Heer nebst unfern Heerden überzusetzen.» Das vorrückende Heer fand die Ortschaften alle verlassen; jedes leere Dorf wurde angezündet, um, wie die Türken sagten, den Flüchtigen Strenge zu zeigen. Erst bei dem großen Dorfe Papur, das in einem tiefen Gebirgsthale am Fuß einer steilen Felswand liegt, leisteten die Kurden Widerstand, und zwar am ersten Tage mit solchem Erfolge, daß Hafis Pascha mit Verlust zurückweichen mußte. Am folgenden Tage wurde das Dorf umgangen, und die Einwohner, welche von den flachen Dächern ihrer Häuser herab sich vertheidigten, wurden von oben her im Rücken genommen; dadurch wurde die Erstürmung deS Ortes möglich. Ueber die folgenden Scenen lassen wir unfern Berichterstatter reden: »Die Häuser des Dorfes waren vollgestopft von Sachen, wahrscheinlich geflüchtet auS den nächsten Dörfern, und die Soldaten kehrten mit Beute beladen aus denselben zurück. Ein Eavallerist bat mich ganz treuherzig, sein Pferd zu halten bis er seine Taschen gefüllt. Aber der Aufenthalt im Dorfe war sehr unfreundlich, da man von oben noch immer schoß. Der Kolagassi erhielt neben mir einen Schuß durch die Hand und ich gab ihm den Maulesel eines meiner Leute, damit er sich entferne. Zuletzt hielt nur noch ein Haus, es widerstand vier bis fünf Stunden lang mit der wüthendsten Verzweiflung; der