Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 6 (6.1841)
- Date
- 1841-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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186 Di« Araber. ist schmackhaft und gesund, und selbst die Knoche« des KameelS «erden benutzt. Das elendeste Fntter, dürres Gras, Disteln und Gestrüpp, genügen diesem geduldi, gen, starken, wehrlosen und nützlichsten aller Thiere. Nächst den Kameelen, von welchen selbst der arme Araber eine fast unglaubliche Menge besitzt, bildet das Pferd den Hauptreichthum des Arabers. Es ist bekannt, wie diese Thiere mit den Kindern im Zelt aufwachsen, wie sie ihre Nahrung, ihre Streifzüge und Entbehrun» gen theilen, und wie die Geburt eines Füllens von edler Race ein Tag der Freude im ganzen Lager ist. Die edlern Rosse erhalten bei der Geburt ihren Stammbaum, in welchem die Aeltern und oft Großältcrn aufgeführt sind, und welchen das Pferd gewöhnlich an einer Schnur und in einer kleinen dreieckigen Kapsel um den Hals trügt. Der obenerwähnte militärische Reisende, Hr. v. Moltke, erzählt über seinen eigenen Ausflug in die mesopotami« schc Wüste Folgendes: Während fünf Tagen durchzogen wir die Wüste deS nördlichen Mesopotamien ohne irgend eine menschliche Wohnung zu erblicken. Man muß sich diese Wüste nicht als eine Sandfläche, sondern wie eine unabsehbare grüne Fläche denken, welche nur hin und wieder sanfte Wellen der Erhöhung zeigt. Die Araber nennen sie »Bahr», das Meer, und die Caravanen steuern in schnurgerader Linie vorwärts, indem sie sich nach künstlichen Hügeln richten, welche wie die nordischen Hünengräber sich über die Fläche erheben. Diese Hügel zeigen an, daß hier früher ein Dorf stand, und folglich ein Brunnen oder eine Quelle sich da befinde; aber die Hügel liegen oft sechs, zehn bis zwölf Stunden auseinander, die Dörfer sind verschwunden, die Brunnen trocken und die Bäche