Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 6 (6.1841)
- Date
- 1841-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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r 172 Dir Kurten. ner empfindlichen Stelle verwunden, in das Nähere eintreten, glauben wir unfern Lesern einen nicht uninteressanten Beitrag zu der Kenntniß jener Landstriche und ihrer Bewohner zu geben, wenn wir aus verschiedenen öffentlichen Mittheilungen und zuverläßigen Quellen über die Kurden und ihre bisherige Geschichte in diesem Artikel das wichtigste zusammenreihen. I. Da» Land und da- Volk. Die Kurden bewohnen seit undenklichen Zeiten jenen hohen Gebirgszug, der sich gegen Norden an die armenischen Gebirge, namentlich nordöstlich an den Ararat anlehnt und gegen Süden den Tigrisstrom entsendet. Dieser letztere mit dem ebenfalls südlich fließenden Euphrat schließen das alte Mesopotamien zwischen sich, und der Leser wird in Gedanken (oder noch besser auf der Karte *) das Land der Kurden oder Kurdistan leicht fiflden, wenn er sich erinnert, daß in der Nähe des persischen Meerbusens, wo der Tigris und der Euphrat zu, sammentreten, das alte Reich Babel lag, nördlich davon, den Tigris aufwärts, das alte Assyrien zu suchen ist, und endlich nördlich von Assyrien, die Gebirge, aus de, nen der Tigris kommt, eben das Kurdistan oder Kurdenland bilden, von dem wir reden. Die Kurden, wie sie jetzt dort Hausen, waren ebendaselbst schon anzutreffen zu den Zeiten des Cyrus, und aller Wahrscheinlichkeit nach haben sie in den ersten Zeiten der sich ausbreitenden Menschheit die Stammsitze eingenommen, zu deren Vertheidigung sie heute den Bogen spannen und die Luntenbüchse laden. Manche Gelehrte *) Z. B. auf der unserm ersten Jahrgang beigegebenen, welche den ganzen altbiblischen Schauplatz umfaßt, und auch tief- Hegenden in stch begreift.