Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 6 (6.1841)
- Date
- 1841-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Kurden. ' ■*’ 17* vermuthen, daß die Kurden und die Chaldäer, welche wir tn der Bibelgeschichte als Herren von Babel antreffcn, eigentlich eines Stammes seien. Wenigstens liegt das Ur der Chaldäer, von wo Abraham herstammte (1 Mose 11, 28. 31.) am Fuße der Kurdengebirge. Wir wollen uns jedoch hier nicht bei gelehrten Wahrscheinlichkeiten aufhalten, sondern den jetzigen Zustand deS Landes und Volkes, wie neuere Berichte ihn schildern, näher kennen lernen. Die Kurden sind weder Jäger noch Nomaden. Als Crben einer sehr alten Bodenkultur Hausen sie in den Thälern des kleinarmenischen Hochlandes. Tie verabscheuen die Ebene, in welcher die klaren Bäche ihrer heimathlichen Gebirge versiegen, und erfreuen sich auf ihren Bergen eines langen und schönen Sommers, trotz deS vorhergehenden strengen Winters. Nur sehr wenige von ihnen sind wandernde Hirten, fast alle ein wesentlich Ackerbau treibendes Volk und nur insoferne Nomaden, als sie, je nachdem die Hitze in den niedern Thälern drückend wird, und die Strahlen der Sonne die Alpenweiden vom Schnee entblößen, ihre Heerde» eine Stufe höher hinauf treiben und dabei ihre Häuser einstweilen gegen Zelte aus schwarzem Ziegenhaar vertauschen. Ganz in Uebereinstimmung mit dieser Lebensweise ist, daß man innerhalb des von ihnen bewohnten Bezirks nur Dörfer, nirgends aber einzelne Bauerhöfe und eben so wenig größere Städte findet. Diese liegen nicht in, sondern UM Kurdistan. Im Innern des kurdischen Bergreviers trifft man nur kleine Städte, wie Sacho, Bitt» liö, Söört, Haße-Kjefa, Schiro, Pertek, Jrogluu. s. w., welche überwiegend kurdische Bevölkerung haben. In dlesen, wie in den beiden größer«, in den Ebenen von Charput und Malatia gelegenen, und mit denselben gleichnamigen Städten findet eine wunderbare Mischung von VolkSstäm-