Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 5 (5.1841)
- Date
- 1841-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Prophet Hosea. lä. daß solche in der Mehrzahl gebrauchte Wörter nicht so« wohl concrete Handlungen, als vielmehr den abstrakten Begriff der Sache bezeichnen. Es wird also der von Goüier gebrauchte Ausdruck nicht sowohl eine Frau andeuten, deren Wandel unzüchtig ist, sondern eher eine solche die in derartiger Gesinnung steht. Daß aber diese der Gomer zur Last fallende Gesinnung nicht fleischlich zu nehmen ist, ergibt sich aus den unmittelbar folgenden Worten: »Denn das Land läuft vom HErrn weg der Unzucht nach». Unstreitig ist hier von geistiger Unzucht, von religiösem Abfall die Rede. Wenn aber der Pro« ( phet eine solche Frau nehmen soll, weil das ganze Land auf diesen Wegen geht, so ist also auch bei der Frau von religiösem Irrglauben und nicht von fleischlicher Lasterhaftigkeit die Rede. 2. Hosea soll aber nicht nur eine, auf genannte Weise geschilderte Frau haben, sondern auch »Kinder der Unzüchtigkeiten». Versteht man darunter fleischlicher» weise »Hurenkinder», so sieht Niemand ein, wie die von Hosea mit Gomer erzeugten Kinder konnten so benannt werden. Man hat daher angenommen, die Kinder, von welchen die Rede ist, seien von ihr ehebrecherisch geboren worden. Das läßt aber der Wortlaut der Erzählung nicht zu, welche ohne anders darauf führt, daß die von Gomer gcbvrnen Kinder, Kinder des Hosea waren. Nehmen wir aber die Aussage in Betreff der Kinder in dem gleichen Sinn, wie in Beziehung auf die Frau, so ist die Meinung der an Hosea ergangenen Weisung, die, er solle keinen Anstand nehmen, sich mit einer Frau zu verehelichen, welche die falschen religiösen Gesinnungen ihrer Zeitgenossen theile, und mit derselben Kinder zu erzeugen, die auch wieder, wenigstens der Geburt nach, Kinder ihrer Zeit sein würden. Es ist wohl mög«