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Das Morgenland · 1841-05-01 · 5 (5.1841) · p. [Seite]

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Journal
Das Morgenland
Volume
4 (1841)
Issue
5 (5.1841)
Date
1841-05-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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138 Der Prophet Hosea. dern rin bloßes Gleichniß, als ob der Prophet spräche: das Verhältniß des HErrn zu seinem Volke ist gleich, als ob ich so und so eine Frau ehelichte u. s. w. An« dere Ausleger, welche zwar auch keine geschichtliche Thatsache hier anerkennen wollen, aber doch einsehen, daß eine nicht zu rechtfertigende Willkür darin liegt, wenn man so kurzweg als thatsachlichen Vorgang erzählte Geschichte nur zum Gleichnisse macht, *) haben ein Drittes versucht. Es ist besonders Hengstenberg, welcher (Christel. 3. S. 14. u. ff.) diese dritte Auffassung zu begründen und durchzuführcn trachtet. Es soll nämlich das, in den genannten drei Capiteln Erzählte nicht geschichtliche Thatsache und auch nicht blos Gleichniß sein, sonden« der Prophet erzählte innere Vorgänge, welche zwar »wirklich", aber doch »nicht äußerlich» stattgesunden hätten. — Diese Ansicht unterscheidet sich aber von der vorhergehenden nur um Weniges, denn in beiden Fällen wird angenommen, die Erzählung enthalte nicht Thatsache», sondern nur Sinnbilder, und die so eben in der Note angeführten Einwendungen, welche Hengstenberg selbst gegen die andere Meinung erhebt, scheinen unS seine eigene zu treffen. Denn wenn die Worte: (Cap. 1, 3.) »Und er ging hin und nahm Gomer, die Tochter Diblaim, welche ward schwanger und gebar ihm einen Sohn», — nicht heißen sollen, dieses alles sei geschehen, sondern nur, es sei dieses in des Propheten Geiste vorgrgangen, so müssen wir auch den Schluß *) Hengstenberg, indem er die eben vorgetragene Ansicht wiverlegt, sagt (Christel. Z. <5.16.): --E« würde auf diese Weise die Schranke hinweggenommen, welche jwischen Parabel (Gleichniß) und wirklicher Begebenheit immer bleiben muß. Hier aber würde dieß in solchem Grade geschehen, daß fortan jede sichere Entscheidung, ob etwa« für Parabel, oder ob e< für Geschichte tu halten sei. schwinden würde.»

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