Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 5 (5.1841)
- Date
- 1841-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Der Prophet Hosea. 114 Schranken, die uns in diesen Blättern gesteckt sind, erlauben nicht, eine Erklärung der schwierigen Stellen überhaupt zu geben. Beispielsweise wollen wir hier unten nur eine erläutern, welche in der gewöhnlichen deutschen Uebersetzung dem Leser deS Dunkeln und Rächselhaften allzuvieles darbietet. *) *) Zn der Stelle Cap. 7, D. 3—P, schildert der Prophet das gottlose Thun und Treiben des Volke«, seiner Fürsten und des Königes selbst. Diese heimlich waltende und in bösen Thaten autbrechende Gottlosigkeit, welche in dem unheiligen Herren glüht und von dem sündigen Sinn dieser Menschen genährt wird, erscheint in dem prophetischen Bilke als Ofenglut, und die Menschen, welche nichts andere« thun» als dieser feindlichen Glut in ihrem Innern pflegen, treten im Bilde auf als Bäcker, welche ihren Ofen schüren (denn anders als rum backen, wird in jenen Ländern kein Ofen geheirt). Dieses beides» die Schilderung des wirklichen Zustande« und die Anwendung de« Bildes, wechselt in dieser Stelle rasch und greift in einander, wodurch eben der Vortrag an Deutlichkeit verliert. Wir übersetzen und erläutern die genannten Verse also: »sD. 3.] Mit ihrem Bösen erfreuen sie (die gottlosen Bürger de« Reiches Ephraim) den König, und mit ihren Lügen die Fürsten. sV. 4.] Sie alle sind Ehebrecher (sowohl geistlich, weil abtrünnig von dem HErrn. als vermuthlich auch wirklich); ssie sind) wie der Ofen, der geheizt wird vockBäcker; er ruht vom Schüren, und vom Kneten des Teiges, bis er gesäuert ist. (Der innere Zustand dieser Menschen, die nur behagliche Freude finden an ihrer verfälschten Religion und einer unlauter» Moral wird geschildert. Der Vergleichspunkt liegt in dem ruhigen Zuwarten des Bäckers. während die Glut de« Ofens denselben steigend erhizt. Dieses ist ausgedrückt durch das Bild: der Bäcker ruht und knetet nicht; die Flamme lodert nicht; die Kohlen glühen still.) sD. 5.] Am Tage unseres Königs (bei festlichen Hofgelegenheiten) erkranken die Fürsten an Glut des Wein«; seine (des Königs) Hand rieht die Spötter herbei. sD. 6.] Sie (dir Gottlosen; es wird nun eine andere Seile ihres Thuns, die heimlichen Intrigen, geschildert;) bringen ,u ihrer Hinterlist ihr Herz, ähnlich dem Ofen (das Herl, die Gesinnung, womit sie an ihre