Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 5 (5.1841)
- Date
- 1841-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Prophet Hosea. 133 Aus den angegebenen Ursachen fließt nun auch die cigenthiimliche Beschaffenheit der Vorträge des Ho« sea. Wir haben schon in Betreff der Sendung deS AmoS bemerkt, daß auch dieser Prophet nicht sowohl tröstend und bessere Aussichten der Zukunft eröffnend aufgetreten sei, als vielmehr lehrend, rügend, strafend. Dasselbe, und in noch stärkerm Grade gilt von Hosea. Dem in eigner Weisheit aufgeblasknen Mensche» muß vor allem aus die Unsittlichkeit nachgrwiesen werden, die in seinen Werken liegt, um ihm wo möglich von dieser Seite aus die geistige Verarmung klar zn machen, über welche er sich täuscht. Der Styl dieses Propheten ist dunkel und schwer. Er spricht in kurzen, abgerissenen Sätzen, die mehr an« deuten, als ausführen. Seine Aussprüche erscheinen oft, wie Gedanken «Hieroglyphen, und man möchte wünschen, daß er die nur stückweise hingestellte Idee mehr entwickelte und eineö mit dem andern ver» bände. Er bedient sich sehr häufig der Gleichnisse und Bilder, aber auch diese pflegt er nicht auszuführen, sondern die Vereinzelung und Anwendung dem Leser zn überlassen. Es gehört dahsr der Prophet Hosea für den Ausleger zu den schwierigsten, und der Uebersetzer sieht sich oft in größter Verlegenheit, den rechten Ausdruck zu finden. Wenn er ihn aber auch gefunden hat, so macht der rasche, fortcilende Gedankengang des Schrift« stellerS, daß selbst die beste Uebersetzung zum klaren Verständniß noch erläuternder Zwischenbemerkungen bedürftig bleibt. Unsere Leser werden sich selbst erinnern, daß ihnen, wenn sie in dem Propheten Hosea lasen, sehr Vieles dunkel und räthselhaft gewesen ist, und sie bei manchen Stellen den eigentlichen Sinn und den Gedankengang kaum oder gar nicht zu finden wußten. Die