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Das Morgenland · 1841-04-01 · 4 (4.1841) · p. [Seite]

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Journal
Das Morgenland
Volume
4 (1841)
Issue
4 (4.1841)
Date
1841-04-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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106 Da« Osterfest. befürchteten, dem Papste dadurch zu viel einzuräumen. Es lief nun der alte und der neue Kalender nebeneinander, und bei Verhandlungen zwischen Katholiken und Protestanten pflegte man das Datum nach beiden anzusetzen. I Es konnte nicht fehlen, daß diese zwei verschiedenen Zeitrechnungen zu vielen Streitigkeiten und Verwirrungen Anlaß gaben, besonders an Orten, wo Evangelische und Katholiken unter einander gemischt lebten. So ent, standen zu Augsburg große, mehrere Jahre anhaltende Unruhen, »selche unter dem Namen des Kalenderstreits bekannt sind. So oft man aber auch ans Reichstagen und bei Friedensverhandlungen in die evangelischen Stände dringen mochte, den neuen Kalender des bessern Einverständnisses wegen anzunehmen, wichen sie doch jedesmal aus. Erst als nach dem Ryswicker Frieden (1697) wegen der Kalenderverschiedenheit neue Unruhen in der Pfalz, in Schwaben und anderswo auszubrechen drohten, nahmen die evangelischen Stände die Sache in nä- . Here Ueberlegung und beschlossen nun, den verbesserten Kalender einzuführen nnd zwar mit Weglassung von eilf Tagen, indem statt des 19. Februars des Jahres 1700, sogleich der 1. März gezählt wurde. Diesem Beschluß der evangelischen Stände traten gleichzeitig bei die vereinigten Niederlande und Dänemark. Im Jahre 1701 thaten die evangelischen Schweizerkantone ein gleiches, indem sie das 18te Jahrhundert mit dem 12. Januar 1701 anfingen, und die ersten eilf Tage gar nicht zähl-' ten. In England wurde der neue Kalender erst 1752, in Schweden 1753 eingeführt. Die Russen und die Griechen beharren nunmehr allein noch bei dem alten Kalender. Da sie in der Berechnung des Osterfestes sich zwar an die alte Osterregel halten, aber ihren 21. März zwölf Tage später haben als wir.

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