Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 4 (4.1841)
- Date
- 1841-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4872516-5427212-5427300--1368-4873837- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Val Osterfest. 105 wesen sind. Im Jahre 1900 soll wieder das Schaltjahr stattfinden, hingegen im Jahre 2000 nicht. Dadurch nun, daß man in 400 Jahren drei Schalttage wegläßt, wird der gregorianische verbesserte Kalender mit dem wirklichen Himmelslanfe in solche Uebereinstimmung gebracht, daß wahrscheinlich alles menschliche Rechnen und Kalendcrmachen längst wird aufgehört haben, ehe es wieder nm 24 Stunden mit dem Stand der Gestirne in Widerspruch gerathen ist. Da, wo der alte Kalender oder die Rechnung alten Styls noch gilt, wie in Rußland und Griechenland, kommt man in vier Jahrhunderten um drei Tage zurück. Der Unterschied, der zu Ende dcS löten Jahrhunderts zehn Tage betrug, stieg im I. 1700 auf eilf, und beläuft sich seit 1800 auf zwölf Tage, so daß jetzt z. B. der 1. April 1841 alten Styls mit dem 13. April neuen Styls zusammentrifft, und wir bei einem Datum dieser Art zwölf Tage hinzurechnen müssen, um unser Datum zu finden. Der gregorianische oder verbesserte Kalender wurde in dem größten Theil Italiens, so wie in Spanien und Portugal schon im Oktober 1582, der päpstlilichcn Verordnung gemäß, eingeführt. In Frankreich geschah es erst zwei Monate später, indem man vom 9ten December zum 20stcn überging. Die katholischen Kantone der Schweiz und die katholischen Niederlande traten der Verbesserung 1583, Polen 1586 und Ungarn 1587 'bei. In Deutschland war sic schon 1582 auf dem Reichstage zu Augöburg zur Sprache gekommen. Der Kaiser und die katholischen Stände führten 1583 den neuen Kalender ein, hingegen die evangelischen Stände und Staaten in und außer Deutschland erklärten sich dawider, theils weil sie besorgten, die neue Zeitrechnung sei auch nicht ganz fehlerfrei, theils und wohl hauptsächlich, «eil sie