Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 4 (4.1841)
- Date
- 1841-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4872516-5427212-5427300--1364-4873833- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Da« Osterfest. 101 weiter unten zu erwähnende Regel über die Ostrrzeit wurde nicht ausdrücklich von dieser Kirchenversammlung aufgestellt; sie begnügte sich, die in ihren Augen Ab« weichenden zu der Einheit zurückzuführen, erreichte aber ihren Zweck nicht vollständig, so daß das antiochenische Concil vom I. 341 die schwersten Strafen gegen die« jenigen aussprechen mußte, welche noch ferner fortfahren würden, gleichzeitig mit den Inden Passah zu feiern. Bon nun an wurde es als Kezerei betrachtet, daS Passahmahl am 14ten Nifan zu genießen, und das Osterfest an einem andern Tage als an einem Sonntage zu begehen. Während aber die Concilien dafür sorgten, daß die Osterfeier in der ganzen christlichen Kirche eine gemeinsame und von den Juden getrennte sei, mußten sie auch etwas' thun, um zu bestimmen, wann denn die Christen das Fest begehen sollten. Zn diesem Zwecke verordnete schon das nicanische Concil (I. 325), daß die Kirche in Alexandrien *) jährlich den Tag der Osterfeier berechnen und ihn den übrigen Kirchen anzeigen solle. Jndeß diese, den alerandrinischen, christlichen Gelehrten aufgetragene jährliche Osterberechnnng mußte doch eine Regel haben auf die sie sich stützte und von der sie ausging. Allmählig und allem Anschein nach schon bald nach der Mitte des dritten Jahrhunderts hatte diese Regel sich gestaltet. Sie konnte nicht strenge an die alttestamentlichen Borschriften über die Zeit des jüdischen Passah sich binden, weil man eben von diesem letzter« Feste der Zeit nach sich trennen wollte, und doch konnte man *) In der ägyptischen Hauptstadt Alexandrien, die in den letzten Jahrhunderten vor Ehristut ein Sitz, wie de« Handelt und Reichthumt. so auch der Wissenschaft und Gelehrsamkeit gewesen war, fanden sich auch damals noch verhöltnißmäsig die meisten, »u solchen Berechnungen geeigneten Gelehrten.