Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 3 (3.1841)
- Date
- 1841-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4872516-5427212-5427298--1347-4873817- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
vaSOßerftst 8S daraus, daß also der Proceß Jesu nicht habe a« frühen Morgen delüten Risan geführt werden können, wozu kommt, daß man es unwahrscheinlich findet, daß eine Kreuzigung habe sollen am ersten Paffahtage vorgenommen werden. Was nun die Kreuzigung selber be- ' trifft, so war diese nicht mehr in jüdischen Händen sondern Sache der Römer, welche sich um den jüdischen Festtag wenig kümmern mochten. Das Gericht hingegen hätte gewiß an einem Festtage nicht sollen gehalten werden, aber daß Kajaphas und seine Freunde diesesmal eine Ausnahme machten, wird keine zu gewagte Vermuthung sein. In dem stürmischen und gewaltthätigen Justizgange, den sie sich gegen JesuS erlaubten, wurde es mit der gesetzlichen Ordnung nicht sehr genau genommen. Sie hatte« ja auch vorher gesagt: »Nur nicht auf das Fest»! und kreuzigten dann doch Jesus gerade auf das Fest. Denn ob wir den Eharfreitag für den 14ten oder lüten Risan, für den Vorabend des Passah oder für den ersten Passahtag selbst nehmen, wurde in beiden Fällen die Hinrichtung »auf das Fest» vollzogen. Dieses also sind die Gründe, welche uns glauben lassen, daß zwischen Johannes und den andern Evangelisten in der Zeitangabe keine Verschiedenheit bestehe und er den Angaben der erster» nicht widerspreche, denen zufolge wir in der Leidenswoche Jesu den Donnerstag als Vorabend deS Passah, den 14ten Risan, — den Freitag als den ersten Tag des Paffabfestes, den lüten Risan — den Samstag als den Sabbath, den löten Risan zu bewachten haben. Bon dem jüdischen Osterfeste und dessen Zeitbestimmung, und von dem letzten Passahfeste, das Jesus auf Erden feierte, gehen wir nun über zu dem christlichen Osterfeste. Unser Augenmerk richtet sich hiebei nicht