Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 3 (3.1841)
- Date
- 1841-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4872516-5427212-5427298--1338-4873808- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jfi Da» Osterfest. geschafft und das Haus mit brennenden Lichtern durchsticht, damit ja kein Bischen des alten Sauerteigs übrig bleibe. Zugleich wurde das ganze Haus gereinigt. Alle Geschirre und Gerüche wurden, was von Holz war, in Wasser abgebrüht, was von Metall war, in Feuer ausgeglüht. Ostern trug die Bedeutung einer gänzlichen Reinigung und Erneuerung. *) Schon am 14ten Nisan fand sich kein Sauerteig mehr in den Hausern und am Morgen dieses Tages backte die Hausfrau ungesäuerte Kuchen. **) Daher heißt schon der 14te Risan »der erste Tag der ungesäuerten Brode» (Match. 28, 17.), und Josephus (Ant. 2,15,1.) zählt darum auch acht Tage drr ungesäuerten Brode, da doch, strenge genommen und der ursprünglichen Einsetzung nach, nur während der ganzen Dauer des Passahfestes, also sieben Tage lang, das Essen des Ungesäuerten währen sollte. 3 Mos. 23, 6. *1 Darauf spielt der Apostel Paulu« an, wenn er, i Corinth. S, 7. ff., die Gläubigen ermahnt: »Feget den alten Sauerteig au», auf daß ihr ein neuer Teig seiet, wie ihr denn ohne Sauerteig sein solltet. Denn wir haben auch ein Osterlamm, da» für un» geopfert ist, Christ«». Darum lastet un»? Ostern halten, nicht im alten Sauerteig, nicht im Sauerteig der Bvtheit und Schalkheit, sondern im Süßteig der Lauterkeit und Wahrheit.» — Der gleiche Gedanke liegt zu Grunde, wenn Jesu«, seine Jünger warnte: »Sehet ,u und hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadducäer.» Matth. 16. 6. **) Diese« ungesäuerte Brod heißt S Mos. 16, S Trübsal«- brod, zunächst weil e» zum Andenken an die ägyptische Trübsal gegessen wurde. Und in der Thal ist diese Speise sehr geeignet dir Erinnerung an trübselige Zeiten zu erwecken, da der Genuß solchen Brode» weder dem Munde noch dem Magen zusagt. E« sind runde, dünne, platte Kuchen, welche turlöchert werden, um alle» Versauern und Aufschwellen zu verhüten.