Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 3 (3.1841)
- Date
- 1841-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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7» Da« Osterfest. bracht werden sollten. »So lange die Erde steht und nicht aufhört Samen nnd Ernte, Sommer und Winter», so lange hätte auch das nngebildetste Volk bei dieser Anordnung sich, selbst nach Jahrtausenden, nicht um ein einziges Jahr verrechnen können, und das Paffahfest, während eS von seiner religiösen Seite die Erinnerung und Feier der eigentlichen Grundlage in sich faßte, auf welche Israels Glaube als Volk Gottes gebaut war, gab es zugleich Halt und Maaß der Ordnung und Rechnung des ganzen bürgerlichen Lebens. Ehe wir nun aber von der jüdischen zu der christlichen Osterfeier übergehen, müssen wib hier noch einige Worte cinschalten über den Jahresanfang bei den alten Israeliten und bei den jetzigen. Es ist nämlich jetzt noch die jüdische Zeitrechnung eben so beschaffen, wie in der alten Zeit; die Monate haben die alten Namen; die Feste werden an den ihnen zugewiesencn Tagen gefeiert; mit jedem Neumond beginnt ein Monat und jeder Vollmond fällt in die Mitte eines solchen; auch die Ausgleichung erfolgt durch Schaltjahre von 13 Monaten oder 384 Tagen nnd je auf 19 Jahre fallen sieben solcher Schaltjahre. Der einzige Unterschied besteht in der Anordnung oder Berechnung. Während in der alten Zeit das leibliche Auge die hervorschimmernde Mondsichel suchte, um den neuen Monat anzufangen *), und im Monat Adar die Saatfelder *) Wenn etwa trüb» Witterung tat Sichtbarwerden des Mondes verhinderte, so gab man dem Monat auf Treu und Glauben 30 Tage. Traf et sich, daß er dadurch einen Tag »u viel erhalten, so glich sich die Sache nachher, bei dem nächsten Neumonde, durch den Augenschein von selber wieder au«.