Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 3 (3.1841)
- Date
- 1841-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Das Osterfest. 71 weil er ein Anhang deS Adar ist, Veadar heißt. Der« mittelst eines solchen Schaltmonats war der erlittene Verlust ausgeglichen, und das menschliche oder bürgerliche Jahr mit dem natürlichen oder astronomischen wieder in Uebereinstimmung gebracht. Das Schaltjahr selbst^ hatte dann 384 Tage, und innerhalb neunzehn Jahren werden immer sieben Schaltjahre oder Jahre mit dreizehn Mondmonaten nöthig erfunden. In der alten Zeit mußte der Beschluß, ob ein Monat dem Jahre zuzulegen sei, jedesmal nach Befund der Umstände von den Aelte« steil und Schriftgelehrten in Jerusalem gefaßt, und den Juden in und außer Landes mitgetheilt werden. Der Talmud *) enthält ein solches, an die Juden in Babylonien -und Medien gerichtetes Umlaufschreibcn. Dasselbe ist verfaßt von Gamaliel, dem Lehrer des Apostel Paulus, demselben, der im hohen Rache über die Verfolgung der Apostel so weise und schonend sich äußerte (Ap. Gesch. 5, 34.). Das Schreiben selbst lautet also: »Wir machen euch hiemit bekannt, daß wir, da die Tauben (zum Opfer) noch zu zart und die Lämmer (zum Passah) noch zu jung sind, auch die Zeit des Abib (der reifen Aehre und des nach derselben genannten Monats) noch nicht herangekommen ist, in Vereinigung mit unfern College» für nötbig erachtet haben, dem Jahre dreißig Tage zuzulegen». Man sieht nun wie die Zeitrechnung ohne alle astronomische Kunst und ohne chronologische Wissenschaft auf einfachem und natürlichem Wege eine unerschütterliche und unverwirrbare Grundlage erhielt durch die Verordnung, daß an dem, in den ersten Monat fallenden Paffahfeste auch die Erstlinge der Jahrcöernte dargc- 0 Talm. Bal.yl Sanliedriii Fol II. JA.