Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 1 (1.1841)
- Date
- 1841-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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IS Die Pharisäer. sammt den väterlichen Ueberlieferungen. Ir mehr der Einfluß der Römer und die Herrschaft der edomitifchen Heroden das Volk drückt, seine religiöse und politische Unabhängigkeit bedroht, und seine ganze Zukunft untergräbt, desto fester schließen sie sich zusammen, desto entscheidender ist ihr Entschluß, allem sich zu widerfetzen, was — nach ihrer Ansicht — dem Gesetze zuwider ist und dessen Ansehen gefährdet. Sie haben zwar weder kirchlich noch politisch eine amtliche oder officielle Stellung, aber sie sind bei dem Volke im höchsten Ansehen; je mehr dasselbe den römischen und edomitifchen Regenten mißtraut und sie verabscheut, je mehr das Gewicht und die Würde des Hohenpn'esterthums hinuntergekommen ist, weil der Priester ein Spielball der weltlichen Macht geworden, desto mehr wendet das Volk sein Vertrauen den Pharisäern zu und sie sind sein Orakel. Sie haben überall sich eingedrungen; Nicodemus, der ein »Oberster war unter den Juden» (Joh. 3, 1.) und ein Mann von Einfluß im hohen Rathe (Joh. 7, SO.), war zugleich Pharisäer; Gamaliel, hoch gestellt bei allem Volk, Mitglied deS hohen Rathes und Schriftgelehrter, war auch Pharisäer (Ap. Gesch. S, 34.), ja die Zahl der Pharisäer war so groß unter den Schn'ftgelehrten und RathS« gliedern, daß oft die einen für die andern gesetzt oder Schriftgelehrte und Pharisäer so zusammen genannt werden, daß man deutlich sieht, sie machten gewissermaßen nur einen Körper aus. Johannes, da er das Verhör deS Blindgeborenen vor dem Rathe erzählt, nennt blos die Pharisäer (Joh. S, 13.), und ebenso (Eap. 11, 47. und 27.) sind eS die »Hohenpriester und Pharisäer», welche den Rath versammeln und Gebote ergehen lassen. Nicht als ob die Pharisäer an und für sich irgend eine Gewalt gehabt hätten, aber sie werden genannt, weil sie alle amt«