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Das Morgenland · 1840-10-01 · 10 (10.1840) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
3 (1840)
Issue
10 (10.1840)
Date
1840-10-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Zdrahim Pascha. 307 Schilderung, die unter den jetzigen Umständen von doppeltem Interesse ist und der wir Folgendes entnehmen. Ibrahim ist der That nach König von Syrien, das er feit seiner Eroberung (im Jahr 1832) nicht mehr verlassen hat. Seine persönliche Tapferkeit, die Raschheit seiner Bewegungen, womit er stets auf bedrohten Punkten mit Blitzesschnelle erscheint, haben eine Furcht vor seiner Macht erzeugt, die allein im Stande ist, dem Ausbruch größerer Unordnungen vorznbeugen, wie wir in Naplus und Jerusalem sahen, wo er seine Rettung nur großer Entschlossenheit verdankte. Er ist Soldat, aber gemeiner Soldat im vollen Sinne des Wortes, und jedem höhern Kriegswissen fremd. In der Schlacht von Nisib (24. Juni 1839) mußte Oberst Selves (Soliman) jede DiSpositt'on für Bewegung und Aufstellung machen; nur daS Dreinschlagen blieb dem Oberfeldherrn, Ibrahim, Vorbehalten. Ibrahim ist der Sohn eines Weibes, die Mehemed Ali später unter die seinigen aufnahm. Er nahm Ibrahim an Kindesstatt an, weil dessen tapfere Faust dem schwächer werdenden Greise immer unentbehrlicher wurde. Durch seinen Einfluß auf die Armee, unter der er lebte, ward er eine Stütze für die Schreckensherrschaft des greisen VicekönigS, und ttug nicht wenig dazu bei, sein Reich zu befestigen. Wollte man dieses Reich erblich machen, so entsteht die Frage: wer soll es erben? Etwa Ibrahim? Dieser ist aber nicht einmal der rechtmäßige Sohn Mehemed Ali's; sieht man auch hievon ab, so war Ibrahim höchstens fähig ein Reich zu erobern, aber nie würde er es zu beherrschen vermögen, nie würde eS ihm gelingen, den gegen ihn herrschenden Haß zu beschwören und feste Bande zwischen Völkern zn knüpfen, welche auf so naturwidrige Weise zusammengebracht worden. Denn ge-

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