Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 10 (10.1840)
- Date
- 1840-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
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Cit Maroniten. aoA gulären Truppen unterhält, muß jeder, wenn eS Krieg gibt, auSziehen, und bei vielen Gelegenheiten hat es sich gezeigt, daß ihnen nur tüchtige Anführer fehlen, um aus ihnen die besten Truppen von der Welt zu machen. Die Zählungen, die man gegen Ende des vorigen Jahrhunderts veranstaltete, ergaben 35,000 waffenfähige Männer. Rach den gewöhnlichen Verhältnissen setzt diese Zahl im Ganzen eine Bevölkerung von 105,000 Seelm voraus. Rechnet man dazu eine Anzahl Priester, Mönche und Nonnen, die in mehr als 200 Klöster verteilt sind, ferner das Volk in den Seestädten, so kann man überhaupt 115,000 Seelen annehmen. *) Diese Bevölkerung vertheilt sich auf einen verhältniß« mäßig kleinen Gebirgüstrich, der zum großen Theil aus felsigen Bergschluchten besteht, wo das Erdreich mit Mühe an den geeigneten Stellen festgehalten und durch terraffenartig ansteigende Mauren gesichert wird. In Hinsicht auf ihre Religion ist schon bemerkt worden, daß sie den Papst in Rom als ihr kirchliches Oberhaupt anerkennen. Doch wählen sie noch immer, wie in den vorigen Zeiten ein Oberhaupt, das den Titel eines Patriarchen führt, und in dem, am Fuße der Eedernhöhe des Libanon gelegenen, berühmten Kloster Eanobin **) residirt. Unter ihm stehen sechs Bischöfe. Die Priester sind verheirathet; nur muß die Person, die sie wählen, eine Jungfrau und keine Wittwe sein, und sie dürfen keine zweite Ehe cingehen. Die lateinische Sprache ist bei dem Gottesdienste nicht eingeführt, sondern ihre syrische *1 Go urtheilte in den achriger Jahren de« vorigen Jahrhundert« der Reisende Bollney a. a. O. — Gchvl» und Lamartine schätzen ihre Gesanimtrahl auf 200,000. **) Eanobin bedeutet Kloster, denn e< ist nur da« syrisch au«gesprvchrn« griechische mra^ior, coenobinm.