Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 10 (10.1840)
- Date
- 1840-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Di« Maronitrn. SOS zeichnen. Alle leben auf den Gebirgen in großen und kleinen Dörfern, und selbst in einzeln zerstreuten Häusern. Die ganze Nation treibt Ackerbau. Ein Jeder bearbeitet mit seinen Händen das kleine Gut, das er besitzt, oder in Pacht hat. Die Scheihk's selbst leben auf diese Weise und unterscheiden sich von dem gemeinen Volke durch nichts als einen Pelz, ein Pferd und einige unbedeutende Vorzüge in Hinsicht auf ihren Tisch und Wohnung; alle leben sehr frugal; sie kennen zwar wenige Genüsse, entbehren aber auch nicht viel, weil ihnen die Gegenstände des Luxus wenig bekannt sind. *1 Die Nation ist im Durchschnitte arm, aber doch fehlt keinem das Nothwendige, und die Bettler, die man unter ihnen findet, kommen gewöhnlich mehr aus den Seestädten als aus dem Lande selbst. Das Eigenthum ist eben so sicher als in Europa, und jene Plünderungen und Erpressungen, wie bei den Türken, findet man unter den Maroniten nicht. Man reist bei Tage und Nacht mit der größten Sicherheit, und der Fremde findet bei ihnen die nämliche Gastfreundschaft wie unter den Arabern. Den Gesetzen des Ehristenthumö gemäß haben sie nur eine Frau, die sie oft heirathen, ohne sie gesehen zu haben; denn sie vor der Trauung zu besuchen, ist ihnen nicht erlaubt. Sie gehen nie aus, ohne mit Flinte und Säbel bewaffnet zu sein**); aus dieser Sitte entspringt für sie der Vortheil, daß sie im Falle der Roth mit den Waffen umzugehen wissen; denn da das Land keine re« *1 Wir indeß der häufigere Zug der Reisenden, namentlich der Besuch de» franjöfischen Prinjen Zvinville im Libanon (im Z. 1838), wenigstens theilweise hierin ein« Aenderung hervorgebracht hat, sehe man in Schubert» Reise, Ster Bd., S. 387, u. ff. **) Erst Ibrahim hat ihnen da» Tragen der Waffen untersag».