Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 10 (10.1840)
- Date
- 1840-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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Di« Maroniten. SOI Indessen ordneten sich diese Bergbewohner bürgerlich und militärisch, und dehnten ihre Siege über die Berge bis gegen Jerusalem aus. In den Zeiten der Kreuzzüge erscheinen sie bald im Bündnisse mit den Kreuzfahrern, bald mit ihnen in Fehden verwickelt. Dem Sultan Sa« ladin, der die Ehristen aus dem Besitze der heiligen Oer« ter wieder vertrieb, mußten auch die Maroniten sich un« terwerfen und den Frieden mit Geld erkaufen. Um die» selbe. Zeit waren die Maroniten mit der abendländischen Kirche, das heißt mit dem Papste in Rom, in Unterhandlungen getreten, die zur Folge hatten, daß sie sich an die römische Kirche anschloffen. Doch verstand sich Rom zu Eoncessionen gegen diese morgenländischen Chri» sten, die es den abendländischen um keinen Preis würde bewilligt haben, nämlich die Messe wird bei den Maro» niten nicht lateinisch , sondern in syrischer Sprache gelesen, die Priester sind verheirathet, das Abendmahl wird unter beiderlei Gestalten ausgetheilt. Seit dem Jahre 1588 bezahlen sie Tribut an die Pforte; aber seit der Eroberung Syriens durch Ibrahim Pascha (1832) mußten sie ihn als Oberherrn anerkennen, und von ihm solche Gewaltthätigkeiten erdulden, daß es in diesem Sommer, bei gelegentlicher Einmischung Anderer, zu jenen blutigen und gräßlichen Auftritten kam, die den Namen Mehemed Ali's und Ibrahim Pascha's auf immer entehren. Unter der türkischen Verwaltung beruhte die Unterwürfigkeit der Maroniten bloS auf einem Tribut, den sie an den Pascha von Tripoli bezahlten, in dessen Bezirk der Libanon gehörte. Er verpachtete die Abgabe alljährlich an einen oder mehrere Scheikh's (Vornehmere des Landes), die alsdann nach den Distrikten und Dörfern daS zu Leistende vertheiltrn. Diese Abgabe fiel beinahe