Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 9 (9.1840)
- Date
- 1840-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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2«4 Griechisch« Schilderungen. was sie lehrte» schien zu einfach, ihr Vortrag selbst zu ungekünstelt; je mehr sie aber hörten, desto mehr sahen sie ein, wie voreilig ihre UrtKeile gewesen, und jetzt lieden und schätzen sie ihre deutschen Professoren mehr als manche ihres eigenen Volkes. Besonders fühlten sie bald den Unterschied zwischen französisch gebildeten und deutsch gebildeten Lehrern, und ihr fast einstimmiges Urthcil fallt zu Gunsten der letztgenannten aus. Auch die griechischen Professoren sind unter sich verschieden; die einen neigen zu französischer Methode und Art, die andern, und zwar die meisten, wünsche» und vertreten deutsche Gründlichkeit und deutsche Methode. Die Vorlesungen werden in einem gemietheten Locale gehalten, das hoch über der Stadt an der Akropolis liegt. ES ist dieß der schönste Punct in ganz Athen; er beherrscht eine weite, reizende Aussicht, unten liegen die Straßen der Stadt mit ihrem unablässigen Getöse und Geschrei, ihren nur noch wenigen Ueberbleibseln früherer Zeit (wie z. B. der Acolustempcl», ihren zu Easernen verwandelten Moscheen und Tempeln, und Kirchenruinen, ans deren Mitte eine alte hohe Palme emporragt. Die Umgegend breitet sich in ein anmuthiges, fruchtbares Thal, mit Olivenwaldung, aus; der Hymrttus und Anchcsmnö stehen gegenüber, und sieht man über sich, so fällt der Blick auf den Himmel und die Ruinen der Akropolis, Gottes und der Menschen Meisterwerke. Das neue Universitäts-Gebäude, das im Ban schon ziemlich vorangcrückt ist, liegt dem alten gegenüber, nicht weit von dem neuen Palast deö Königs, und wird selbst auch ein Palast werden. Vor einiger Zeit kam ich eines Sonntags an einer Kirche vorüber; ich trat hinein und bemerkte, daß eine