Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 9 (9.1840)
- Date
- 1840-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Griechische Schilderungen. MS bin ich zwar weniger genan bekannt geworden, doch suchte ich die Vorträge fast aller Professoren nacheinander zu hören. Unter den Professoren der Philosophie ist einer, Herr Wamwas, der rühmlichst schon zum Besten seiner Landsleute gewirkt hat, und allgemein geehrt ist. Ans Ehios gebürtig, und während des Krieges nach Corfu vertrieben, gewann er das Zutrauen des englischen Lord Ober-Eommissärs, und lehrte an der hohen Schule daselbst. Hier wurde er mit den englischen Christen bekannt, und nährte seitdem den Wunsch, zur Belebung seiner Kirche, durch Erziehung und Verbreitung der heiligen Schrift, thätig zu sein. Letztrc hat er nun inS Neugriechische übersetzt, ohnerachtet der Angriffe und Umtriebe der steifen, altkirchlichen Parthei. Er ist nicht englisch gesinnt, wie man ihm oft vorwirft, sondern fest überzeugt, seine Kirche sei die älteste und die rechtgläubige. Seine Vorträge, wie überhaupt alle philosophischen und auch die juridischen, sind sehr besucht, so daß man heute noch mit Recht sagen kann: "die Griechen fragen nach Weisheit», und disputiren gerne. Cs gewährt einen eigenen Anblick, einen Saal voll junger Leute, — denn Individuen aller Stände finden sich in den philosophischen Lehrstunden zahlreich ein, — die eine Hälfte in griechischer National-Tracht mit Fustanell und dem rothen FeS auf dem Kopfe, die andere Hälfte in europäischer Tracht und mit entblößtem Haupte, bunt durcheinander sitzen zu sehen, wie sie schreiben und den Worten eines deutschen Professors horchen. Das muß man gestehen, daß sämmtliche Professoren nnsers deutschen Vaterlandes, freilich der eine mehr als der andere, das Neugriechische, worin sie ihre Vorträge halten, recht geläufig sprechen. Von Anfang hielten die Studenten nicht gerade viel auf ihre deutschen Lehrer;