Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 8 (8.1840)
- Date
- 1840-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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348 Di« Zud«i> und ihr Vaterland.? verrat an dem Glauben der Baker nnd an den Hoffnnngen der Enkel; es wäre eine stillschweigende Verzichtleistuog auf das Erbe, das Gott gegeben und daS keine Zeit raubt; es wäre ein stummes Sich-lossagen von der Grundlage der Hoffnungen Israels. Wer einen rechtlichen Besitz anzusprechen hat, kann allerdings durch Gewalt auf eine Zeit aus demselben verdrängt werden; es kann der Fall sein, daß die Protestakionen, die er einlegt, von der Gewalt unberücksichtt'gt bleiben, indeß wird er doch nicht versäumen bei geeignetem Anlässe seine Einrede und Rechtsverwahrung feierlich zu Protokoll zu geben; er weiß, daß Schweigen ein Verzichten wäre. Gibt es aber ein besser begründetes Recht, als das Recht der Juden auf ihr Vaterland? Gibt es einen geeignetcrn, dringender« Augenblick als den gcgenwärtt'gen, um dieses Recht wenigstens öffentlich und feierlich zu wahren? Soll die lebende Generation in den Augen der kommenden den Fluch auf sich laden, geschwiegen zu haben, wo die Pflicht gebot zu reden, und wo außerdem ohne alle Gefahr konnte geredet werden? Indeß der Verfasser des fraglichen Aufrufs will mehr. Er wünscht, daß eine möglichst große Gemeine von Juden, wenn nicht alle, sich sofort aufmachen möge, um in friedlicher Völkerwanderung zu dem altverlasscnen Heerd, zur langersehnten Heimath, zu den Gräbern der Väter zurückzukehren. Er hofft, daß »wenigstens unter ägyptischer Hoheit» eine Besitznahme deS Landes wohl ausführbar wäre. Dieses vermuchlich; aber vor dem Gcep« ter Mehemed Ali'- und seiner allenfa^lsigen Nachfolger möchten wir unseresorts die Einwanderer ernstlich warnen. Eine, unter diesem Dynasten angesiedelte Eolonie würde aller Wahrscheinlichkeit nach ihr Vcrttauen dereinst zu büßen haben, wie ihre Väter daS ihre in Beziehung