Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 8 (8.1840)
- Date
- 1840-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Oer Prophet Amo«. rrs digt. Denn nachdem sie die gerade Bahn verlassen und sichs erlaubt hatten in Sachen der Religion eigenmächtig und mit Hintansetzung des Wortes lebender Propheten zu verfahren, so war es ihnen ebenfalls ein Kleines, das geschriebene Wort zu verachten, und Heiligthümer _ju errichte», wo sie nicht hingchörten, und. wie sie verboten waren. — Nicht nur aber war die Religion der Ephramnten auf genannte Weise durch Weglassen und Hinzuthun eine verfälschte geworden, sondern es wurden auch noch Bestandtheile dev Baal-Berehrung in dieses selbstgebildete Religionssystem ausgenommen; nicht als ob man dadurch hätte wollen von dem wahren Gott abfallcn, sondern weil man glaubte, eS sei dieses ein Zeichen geistiger Freiheit und Selbstständigkeit, wenn man die verschiedenen, auS älterer und neuerer Zeit vorhandenen RcligionS-Elemente zu dem eigenen Bedarf und Gebrauche zu combinircn und z» benutzen wisse. So entstand ein Aggregat und Mcngsal von Religion, von dem sich, um mit dem Wandsbecker Boten zu reden, sagen läßt: Sie mischten's durcheinander gar, Daß eS ein Brei und Gräuel war. Dieser Religions-Mengerei gegenüber, welche von der Wahrheit den Titel und Schein erborgte, statt ihrer Kraft aber kräftige Jrrthümer in sich ausgenommen hatte, war die Stellung und Aufgabe der Propheten des HErrn eine äußerst schwierige. Denn leichter ist der Kampf gegen den offenen , als gegen den bemäntelten Jrrtbum. schaffenden Kraft Gotte« sein. Darum konnte, von dem Irrthum mit fortgeriffen, selbst Aaron ju der Feier kiese« Bilde« mit den Worten rinladen: Morgen ist ein Fest de« HErrn. 2 Mos. 32, 5.