Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 7 (7.1840)
- Date
- 1840-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Urber dir Offenbarung de« Johanne«. }00 Andererseits wird doch auch Jeder, der mit der biblischprophetischen Bildersprache auch nur 'einigermaßen bekannt ist, gestehen müssen, daß wenn eben diese That« sachen in die Prophetensprache weissagend sollten ringekleidet und vorgetragen werden, dieß nicht deutlicher, nicht »essender, nicht jupassender geschehen konnte, alS es in den uns vorliegenden Bildern des zwölften Capitels geschehen ist. Wenn aber dem also ist, wie kommt eS, daß nicht schon längst von frommen und einsichtigen Auslegern ist anerkannt worden, daS sogenannte -- Sonnenweib» sei die jüdische Kirche und in dem Schicksale dieser Frau werde das Schicksal Israels angedeutet? — Da die Bilder selbst deutlich genug sprechen, so können wir die Ursachen nicht in der Dunkelheit des prophetischen Ter« tes suchen; sie müssen vielmehr in den Auslegern selbst und deren vorausgefaßten Grundansichten liegen. Wir wolle« dieser Ursachen zwei namhaft machen. Zuerst war man bisher der Meinung, das Volk Israel sei zwar in der Zeit des alten Testaments das Bundesvolk Gottes gewesen, aber seit eS seinen Heiland verworfen und gekreuzigt, sei auch es von Gott verworfen, und von allen alten Verheißungen und eidlichen Zusagen Got« teS sei nur so viel übn'g geblieben, daß auch ein Jude Gnade finden könne, wenn er sich taufen lasse und in eine der christlichen Gemeinschaften eintrete, daS Volk aber als Ganzes sei von Gott verstoßen und seine alten Gnadenrechte, seien erloschen. Wer dieses glaubt, bei dem kann natürlicherweise der Gedanke nicht aufkommen, das zwölfte Capitel der Apokalypse zeige uns, wie Gott sein irrendes, alteS Volk durch die Wüste eines dürft«'« gern Jammerzustandes hindurch bessern Zeiten entgegenführt. Diese Ansicht selbst aber fängt an dem bessern Dritter J,»r». I 4