Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 6 (6.1840)
- Date
- 1840-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
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18« Stand der Dinge im Morgenlande. lichkeit bringen soll. Nicht nur aber zwischen Christen und Türken droht ein fanatischer Kampf. Auch die Juden im Oriente sind großen Gefahren ansgesetzt, und unsere Vescr kennen bereits aus den Zeitungen die schauerlichen Vorgänge in Dama-k. Auf Betrieb des französischen EonsulS I» DamaSk, des Grafen Ratti- Menton, wurde eine Anzahl der an« gesehensten Juden in Damask unter empörenden Qualen gezwungen zu bekennen, sie hätten einen katholischen Pater Thomas ermordet, nm sich seines Blutes zu Bereitung ihres OsterbrodeS zu bedienen. Auf Verwenden des österreichischen Consnls in Alexandrien hat Mehemed Ali versprochen, die Untersuchung auf eine vernünftige Weise führen zu lassen. SS muß'uun das Ergebniß derselben abgewartet werden, ehe sich ein schließliches Urtheil fällen läßt. Einstweilen können wir so viel sagen: Die Anklage, welche gegen die Juden in Damask ist erhoben worden, und sofort durch alle Blätter Europas wirderhallt hat, faßt eigentlich zwei Anklagen in sich: eine besondere, und eine allgemeine. Die besondere lautet, die Juden in Damask hätten den Pater Thomas ermordet; die allgemeine sagt auS, die Juden bedürfen, oder lieben wenigstens, Christenblut zu ihrer Oster« frier, und verwenden dasselbe bei der Zubereitung ihres ungesäuerten BrodeS. Diese zwei Anklagen, die man überall durcheinander geworfen sieht, sollten scharf auseinander gehalten werden. Den besonder» Fall, ob ein Pater Thomas von Juden sei ermordet worden, müssen die örtlichen Gerichte untersuchen nnd die Entscheidung muß von ihnen erwartet werden; die allgemeine Frage aber, ob