Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 6 (6.1840)
- Date
- 1840-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Stand der Dinge im Morgenland,. 186 in der Schwebe bleiben und vielleicht erst durch den Tod Mehemed Ali's ihrem Ziele zugeführt werden, so ist die, ses doch keineswegs wahrscheinlich. Wenn schon zum öftern versichert worden ist, daß Mehemed seine »letzten Kräfte» aufgebvten habe, so folgt darannoch nicht, daß er dieses Experiment bis ins Unendliche wiederholen kann. Allerdings vermag in einem Falle wie dieser, wo ein Despot ohne alle Rücksicht auf Recht und Gesetzlichkeit über Alles verfügt was sein eiserner Arm und die Klaue seiner Werkzeuge und Helfershelfer erreichen kann, kein Mensch zu sagen, wann endlich der' überspannte Bogen bricht und von den »letzten Kräften »-die aller, letzte verzehrt ist, aber eintreten muß der Augenblick doch, da die unnatürliche Stellung Mehemed'S ihm zur Unmöglichkeit wird, und er entweder derselben unterliegt, oder sein Heil darin sucht, daß er aller Diplomatie zu Trotz mit dem Schwerte darein fährt. Einstweilen macht er die äußersten Anstrengungen um auf friedlichem Wege die Pforte zu einer gütlichen Ausgleichung zu vermögen, was ihm ohne Zweifel längst würde gelungen sein, wenn nicht letztre, wenigstens bisher, unter die Vormundschaft der europäischen Mächte sich gestellt und die Partei nie« dergrhalten hätte, welche überall vorhanden und im kaiserlichen Palaste selbst wirksam ist, und die auf eine gütliche Ausgleichung mit Mehemed Ali ausgcht. Während sich so allgemach die Dinge vorbereiten, die da kommen sollen, wächst in der ganzen Türkei die Spannung und feindselige Stimmung der Türken und ihrer bisherigen Unterthanen gegen einander, namentlich die gegenseitige Bitterkeit der Griechen und Türken, und diese noch vermehrt und gestachelt durch die fanatische Erwartung der erster», daß das Jahr 1840 sie in den Wiederbesitz von Constantinopel und aller verlorenen Herr-