Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 6 (6.1840)
- Date
- 1840-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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184 Stand der Dinge i« Morgenlande. sagrn gegen einander im Kriege sind, so ist doch kein Schuß gefallen; obschon die Türkei von Aegypten die trüglicherweise nach Alexandrien gekommene Flotte zurück zu fordern hat, so liegt dieselbe mit aller Mannschaft doch noch in dem genannten ägyptischen Hafen; obschon die fünf europäischen Großmächte im vorigen Sommer dahin übereingekommen sind, die Sorge für die Unab« hängigkeit und Vollständigkeit (Integrität) des türkischen Reiches auf sich zu nehmen, so weiß doch noch Niemand odiese Sache ausznführen ist, vielweniger find die Staatsmänner einig, wie man eangreifen soll, und es ist daher auch noch nichts gethan worden. Das Ein« zige, was wenigstens den Schein eines Einschreitens oder Handelns hat, sind die Schritte, welche im Namen Englands.'in den ersten Monaten dieses Jahres bei Mehr« mrd Ali sind gethan und seitdem wiederholt worden. Diese von Seite Englands gemachten Eröffnungen, die so ziemlich wie Drohungen aussahen, auf den Fall, daß der ägyptische Vicekönig sich nicht nachgiebig erzeige und vor allem die türkische Flotte zurück erstatte, haben aber bei dem hartnäckigen und kriegslustigen, alten Manne keine weitern Folgen gehabt, als daß er die letzten Kräfte aufbot, um sich in wehrhaften Vertheidigungs» stand zu setzen, gegen einen möglichen bewaffneten An« griff der Engländer oder ihrer Bundesgenossen. Zu ei« nem solchen bemerkt man aber keine Anstalten, und Me« hemrd Ali scheint nur dazu bestimmt, in einem gehar« nischten Friedcnszustande seine Kräfte aufzuzehre», und vielleicht bei seinem hohen Alter, das Zeitliche zu ver« lassen, ehe man ihm gegenüber zu einmüthigcm Handaln gelangt. Wen» man aber auch die Möglichkeit zugeben muß, daß die orientalischen Angelegenheiten noch ciiie zeitlang