Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 6 (6.1840)
- Date
- 1840-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4872516-5427203-5427270--1026-4873493- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
lieber die Offenbarung de« Johanne«. 149 um die Judenchristen zur ausdauernden Standhaftigkeit zu ermuntern. Der obschwebende oder bereits erfolgte Untergang Jerusalems mußte nothwendig die Judenchristen in noch größere Gefahr bringen, Schiffbruch zu leiden an ihrem Glauben und das Vertrauen wegzuwerfen auf Jesus als den Messias, ja sogar die Hoffnung auf Erfüllung aller der den Vätern zu Theil gewordenen Verheißungen. In dieser Beziehung hatte also die Apokalypse die wichtige Aufgabe, zu zeigen, daß der Tod Jesu und sein Abscheiden von der Erde, daß der Untergang Jerusalems und die Zerstreuung der jüdischen Ration in Gottes vorbedachtem Rathe liege und mit hinein gehöre in den großen, wunderbaren Plan, den Er der Entwicklung seines Reiches vorgezeichnet habe. Die Apokalypse mußte diesen zaghaft gewordenen Gläubigen zeigen, daß Gottes Gaben und Berufung ihn nicht gereuen, und daß die, Zion gegebenen Verheißungen, wenn auch durch Todesleiden und langsam, doch unverrückt dem Ziele ihrer Vollendung entgegenreifen. Wenn endlich im weitern Lauf der Jahrhunderte eine feindliche Macht nach der andern gegen das Reich Gottes auftrat, wenn im Osten das Schwert des Islam den Leuchter der Kirche umstürzte, wenn im Abendlandc der Papst das Licht der Wahrheit unter den Scheffel seiner Herrschaft stellte, so war es wiederum die Aufgabe des prophetischen Wortes, in diese Finsterniß und Kräfte des Jrrthums hinein den Strahl des richtenden Lichtes zu werfen, und zu bezeugen, daß die päpstliche Macht eine autichristliche sei, daß sie ihrem Gerichte entgegenreife und das Reich des HErrn erst komme, wenn zuvor diese feindliche Macht abgethan sei *). *) Bekanntlich haben auch in ter Thal die, gegen die päpstlichen Jrrthümer protestirenken Parteien im Mittelalter gerate au«