Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 12 (12.1839)
- Date
- 1839-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
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Stand der Ding» im Morgenland«. - 381 »erben. Um das Zugesagte wirklich auszuführen, mußten die Mächte zuerst einig sein über den Zweck, den man erreichen wolle, und sodann auch einig über die Mittel zu Erreichung desselben. Sie waren aber beides nicht. Rußland wollte zu keinen Verhandlungen sich Herbeilaffen, durch welche sein, in dem letzten Kriege über die Türkei errungenes Uebergewicht wieder wäre in Frage gestellt worden, und die andern Mächte, namentlich England und Frankreich, wünschten, daß die Hülfe, die man der Pforte gewähre, zugleich ein Gegengewicht sei gegen Rußland. So geschah es, daß die orientalische Frage fast mehr eine europäische wurde, und die vereinigten Flotten Englands und Frank« reichs, weit entfernt Mehemed Ali zu Herausgabe der türkischen zu zwingen, lagen am Eingang der Dardanellen und harrten deS Befehles, in Güte oder Ernst die Meerenge zu passiren und sich vor Konstantinopel aufzustellen. In Güte wollte Rußland eS nicht geschehen lassen, und zur Gewalt mochte Frankreich nicht gerne Hand bieten; als daher die böse Jahreszeit kam, zogen sich die vereinigten Flotten von den Dardanellen wieder znrück und suchten sichere Winterquarttere. Mittlerweise hatte Rußland auf diplomatischem Wege daS gute Vernehmen mit England zu befestigen gewußt, und eö kam nur daraus an, ob letztere Macht sich schließlich mit Frankreich verständigen könne über das, zu Gunsten der Pforte gegen Mehemed Ali einzuhaltende Verfahren. Run ttat erst von Seite Frankreichimmer deutlicher der Wunsch hervor, dem Vicekönig von Aegypten kein Leides geschehen zu lassen, und ihn vielmebr in dem Besitze dessen zu schützen, was er mit dem Schwerte sich errungen. Die französische Regierung beschloß zu gleicher Zeit, den Versuch zu machen, in den