Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 12 (12.1839)
- Date
- 1839-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
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380 Stand der Dinge im Morgenland«. von zarter Leibesbeschaffenheit. Man schilderte ihn an» fangs als nach Seele und Körper schwach und unver, mögend, doch scheint auch hier die Uebertreibung bedeutend thätig gewesen zu sein. Immerhin hat er weder daü Alter, noch die Einsicht, noch die Erfahrung, um das erschütterte und baufällige türkische Staatsschiff durch die Stürme und die Klippen, die ihm drohen, sicher hindurch zu lenken. Er hält sich aber, getreu dem Rathe seines Vaters und im Bewußtsein seiner eigenen Unerfahrenheit, an die Leitung der ihm beigesellten Staatsmänner, namentlich des zum Großwcssir erhobenen Chosrew. Wie sind nun aber seit dieser neuen Staatsverwaltung die Angelegenheiten verwaltet worden? Mit andern Worten: Was hat sich in den orientalischen Verhältnissen seit bald einem halben Jahre zugetragen? DaS Resultat im Allgemeinen ist oben schon dargelcgt, der Verlauf der Sachen selbst ist in Kürze folgender. Die Pforte, oder eigentlich Chosrew, der Großwessir und oberste Leiter der ottomanischen Angelegenheiten, beeilte sich, dem Mehemed Ali die Hand zum Frieden zu bieten. Die Umstände geboten eine solche Nachgiebigkeit; der ägyptische Sieger hatte ja daS türkische Reich in seiner Hand. Da traten die Botschafter der europäischen Mächte dazwischen und untersagten der Pforte jede eigenmächtige Verhandlung mit Mehemed Ali. Die fünf Mächte — wurde versichert — würden die Angelegenheit der Türkei selber ordnen und den ver« hängnißvollen Streit zum Besten des türkischen Reiches schlichten. Die Pforte brach demnach alle Verhandlungen mit dem Vicekönig ab und verwies ihn für alles Weitere auf die Großmächte. Nun entstand aber für diese letzter» die mißliche Frage, wie dieses gegebene Versprechen könne gehalten