Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 12 (12.1839)
- Date
- 1839-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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.168 Di» Geräthe im Heiligthum Seitenarme als Acste oder Zweige erscheinen, und wir haben daher nicht zu zweifeln, daß die Verzierungen daran aus dem gleichen Gebiete genommen seien, worauf auch die mit Sicherheit bekannten Wörter Kelch und Blume uns führen; es ist auch ferner dem Geiste und Geschmqcke jener alten, heiligen sinnbildlichen Darstellungen angemessen, daß zu Bezeichnung stufenwciser Entwicklung Gegenstände als auseinander hervorgehend dargestellt werden, welche in der Wirklichkeit nicht gerade in dieser Weise aufeinander gereiht sich finden *); daß aber eine und dieselbe Verzierung, selbst als Sinnbild, aus so wenig zusammengehörigen Bestandtheilen, als Kelch, Apfel und Blume gebildet sei, wird schon schwerer anzunehmen. In einem mandelblüchförmigen Kelche ein reifer Apfel und auf diesem eine Blume bildet ein Ganzes von dem wir nicht gerade behaupten wollen, es habe in jener alten Symbolik unmöglich Vorkommen können, dessen Annahme wir aber doch gerne nnterlaffen, wenn eine einfachere, sachgemäßere Erklärung möglich ist, und die zugleich aus den Worten des Trrtes sprachrichtig sich entwickeln läßt. Die andere Erklärung der Verzierungen des Leuchters, die wir noch unser» Lesern mittheilen wollen, liegt in der beigegebenen Zeichnung bereits vor ihren Augen. Auf andern Bildern, wie sie namentlich in älter« Bibelwerken angetroffen werden, können sie die mehr *) Doch findet sich auch im Pflanzenreiche selbst die Thatsache, daß etwa au» einer Blüthe »ine zweite hervortritt und zu der ersten also gerade in dem Verhältnisse steht, wie die auseinander hervorgehenden Verzierungen am Leuchter. Mag nun freilich in der Wirklichkeit diese Erscheinung mehr eine durch »unst hervvrgerufene, al« eine natürliche sein, so bleibt doch so viel, daß da» Hervorgehrn einer Blume aut der ankern nicht geradezu wider die Möglichkeit in der Natur läuft.