Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 12 (12.1839)
- Date
- 1839-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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r 366 Di« Grräthe im Hriligthum. allem also jweiundzwanzig Male, vorkam. Die Frage, um welche es sich nun handelt, ist aber: wie waren diese Verzierungen beschaffen? Es würde uns weit über unsere Gränzen hinausfüh« ren, wenn wir hier uns mit einer Aufzählung auch nur der namhaftesten Meinungen einlassen wollten, welche von den biblischen Alterthumsforschern hierüber sind aufgestellt worden. Wir begnügen uns, diejenige Ansicht zuerst darzulegen, welche unter den bisher bekannt gewordenen als die annehmlichste erscheint, *) wiewohl auch sie nicht vollkommen genügt — wie wir nachher zeigen werden, — und wollen dann eine andere Erklärungsweise Vorschlägen, von der wir glauben, daß sie neben den andern aufgestellten auch angehört zu werden verdiene. Jede der genannten jweiundzwanzig bildlichen Verzierungen bestand auS mehrern Theilen. ES wird genannt: Echaale (oder besser Kelch), Knauf und Blume. Was hat man sich hierunter vorzustellen? Die Ansicht, welche wir zuerst entwickeln, antwortet: der Kelch (Luther übersetzt Schaale) ist ein Blumenkelch in Gestalt der Mandelblüthe. Diese letztre Bestimmung wird nämlich aus dem Beiworte gezogen, welches neben dem Worte Kelch in der Grundsprache steht, und das von Luther durch offen ist erklärt worden, weshalb er übersetzt »offene Schaaken,-- während die Andern lieber es geben durch »mandelblüthförmige Kelche--. Auf diese« so gestalteten Kelchen ruhte — nach jener Ansicht — der --Knauf--, worunter eine rundliche Verzierung, etwa ein Apfel, vielleicht ein Granatapfel, zu verstehen ist. Oberhalb dieses Apfels befand sich dann das dn'tte Stück der Verzierung die Blume oder Blüthe, welches viel- *) Man sehe Bahr mos. Eult. I ®. 413 #.