Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 11 (11.1839)
- Date
- 1839-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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SS« Mahmud 11. und seine Regierung. Am 21. Juni des Morgens bildete Ibrahim seine Schlachtordnung im Rücken des türkischen Heeres, welches, um dem Feinde zu begegnen, eine Stellung hatte nehmen müssen, bei der es seinen eigenen Verschanzungcn nunmehr den Rücken kehrte, und, ohne irgend durch Wall oder Auswurf gedeckt zu sein, die Schlacht im freien Felde liefern mußte. Die Ueberlegcnhcit der ägyp, tischen Artillerie entschied den Kampf nach kurzer Kanonade. Das Weichen, Fliehen und Durcheinanderlaufen der türkischen Steiter nahm um so schneller überhand, als ein großer Theil deS Heeres aus Kurden bestand, welche Hafis vor kurzem erst unterjocht und nur mit Zwangsmitteln in den Krieg geführt hatte. Der Verlust der Schlacht war daher in ihren Augen ein Glück, das sie mit beiden Händen ergriffen, um vom Schlachtfelde weg nach Hause eilen zu können. Noch läßt sich nicht sagen, wie weit die Folgen der entscheidenden Schlacht sich erstrecken werden; soviel ist aber jetzt schon klar , daß der Tag von Ncsbi in der großen Entwickelung der orientalischen Verhältnisse einen wichtigen Abschnitt bezeichnet, und auch in der Zukunft als bedeutsam und verhängnißvoll wird genannt werden. Von dem Schlachtfelde und von den äußeren Ereignissen kehren wir zu Mahmud selbst zurück. Die Nachricht von der unglücklichen Schlacht, als sie nach Konstantinopel kam, fand ihn schon als Leiche. Kummer und Grimm, verbunden mit Unregelmäßigkeit in der Lebensweise — er soll dem Genüsse geistiger Getränke sich hingegeben haben — führten eine Abzehrung herbei, welche, als europäische Acrzte von dem Zustande des hohen Patienten nähere Kenntniß nehmen konnten, schon den höchsten Grad einer knotigen Lungenschwindsucht erreicht hatte.