Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 11 (11.1839)
- Date
- 1839-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4872516-5427199-5427256--0790-4873266- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Mahmud II und sein» Regierung. 387 Ehe wir aber von dem Tode des Sultans reden, mag die Schilderung eines Augenzeugen über das Er« scheinen Mahmud's in den letzten Wochen seines Lebens hier am rechten Orte sein. Ein vielgenannter deutscher Reisender — Fürst Pückler — hat über den neuesten- Zustand der Türkei und über die Persönlichkeit des ster« benden Sultans unter anderm Folgendes veröffentlicht: "Ich hatte einen beträchtlichen Theil Kleinasienbe« reist, und überall war mir das Wirken des thätigen Geistes entgegengetreten, der hier waltete. Die vollkommenste Sicherheit herrschte durchgängig, selbst in den entlegensten Bergdistn'cten, da, wo noch vor wenig Jahren Ermordung und Beraubung zu den alltäglichen Er« cigniffen gehörten. Der Fanatismus war gebrochen, ja größtentheilverschwunden, und wo er noch bestand, wagte er nicht, sich zu äußern*). Fremde sowohl, wie Rajahs (christliche Unterthanen) genoffen fast eines gröstern Schutzeals die Türken selbst, und allerwärtS fand ich namentlich das Loos der Griechen so, daß sogar viele früher nach Griechenland Ausgewanderte wieder hierher *) Sin merkwürdiges Beispiel davon, das ich in Brussa erlebte, verdient der Erwähnung. Ich besuchte in der einsamen Borstadt die Moschee und das Grab Murad des Ersten. Mein Anzug war noch derselb», worin ich vom Pferde gestiegen, mit großen Reiterstiefeln und Sporen, und ich war überdies begleitet von meinem treuen Lunde. Als der Wärter der Moschee erschien, befand sich kein anderer Türke gegenwärtig, und ich bat ihn daher, für Verdoppelung des Trinkgeldes, um die Vergünstigung, meine Stiefel nicht a»sziehen zu dürfen» was er sofort genehmigte. In diesem Augenblicke ward mein Hund «üthend angegriffen von einem Dutzend jener halbwilden türkischen Straßenhunde, «eiche die Plag« aller Reisenden sind, und schon im Thore des heiligen Grabmonuments stehend, wußte ich mir nicht anders zu Helsen, als meinen Kund zu mir zu rufen. Rach kurzer Weigerung vergbnnte mir der Wächter, auch ihn mit herein z» Bwtiltr Jahr,. Jg