Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 9 (9.1839)
- Date
- 1839-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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>78 Schreiben aut Griechenland. verziert je nach dem Vermögen des Besitzers. Ein etwas breiter Gürtel, grün blau oder roth, macht ein Hauptstück der Kleidung aus, nebst einer Art von Unterrock oder rund herumgehender Schürze, Fustanell genannt, welcher vom Gürtel in hundert Falten abwärts bis etwas über das Kniee reicht. Dann folgen blaue oder rothe, oft auch lederne, Kamaschen und gleichfarbige Schuhe. Der Hals ist gewöhnlich blos, und fast Jeder trägt den Schnurrbart. Dieß ist die eine Tracht der Griechen, in der auch der König sich oft sehen läßt. Die andere, welche besonders die Bewohner der Inseln tragen, ist meines Erachtens weder bequem noch schön. Ein blaues, enganliegendes Kamisol gleich den nnsrigen, rund am Halse ausgeschnitten, und zugeknöpft, kleidet den Oberleib. Ihm folgt ein breiter, blauer oder rother Gürtel, von welchem an die Hosen weit und bauschig bis über das Kniee hinabreichen, wo sie zugeschnürt sind, Wegen ihrer unförmlichen Weite baumeln dieselben um die Beine herum, als wären es Säcke, und in her Tbat, es wäre Raum genug darin, um, wer Lust hätte, sein Reisegepäck hineinznstecken. Jetzt tragen aber schon viele Leute die fränkische Kleidung, die, wie ich glaube bestimmte Vorzüge vor der Landestracht besitzt und immer mehr Liebhaber findet. Der Fustanell ist trefflich zum Richtsthun und Paradircn, aber zu nichts andern,. Die Gesichtszüge der Griechen sind überhaupt regelmäßig, doch dieses mehr bei den Landleuten als bei den Städtern. Im Ganzen treten bereits die orientalische» Züge hervor, besonders bei de» Frauen. Die Frauen leben sehr zurückgezogen und erhalten gewöhnlich nur Besuche von Frauen oder höchstens von Männern, die zu ihrer Familie gehören. Sie gehen nur spät Abends gns oher geniesten die kühle Luft auf de« Erkern, mit