Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 9 (9.1839)
- Date
- 1839-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Schreib«» au« Griechenland. -77 wohnern Milch und Butter u. s. w. liefern, und die Thäler lieblich ertönen lassen vom Schalle ihrer Glöck, chen. Das Land könnte viermal mehr Einwohner er» nähren, wenn eS bebaut wäre, jetzt erhält es kaum 800,000 Seelen. Jeder baut gerade so viel er braucht. Städte gibt cs beinahe keine. .Athen, die größte von allen und Residenz des Königs, zählt nur 14— 18,000 Einwohner. Doch ist in der kurzen Zeit von 4 — 6 Jahren sehr viel gebaut worden, und wird noch täglich gebaut. Das Volk arbeitet sich aus seinem Elende tüchtig heraus, und sucht auf jede Weise seine Lage zu verbessern, wozu die Regierung sehr beittägt. Die Inseln sind in etwas befferm Zustande und gedeihen immer mehr, besonders Syra, die jetzt die Hauptnicder» lage des Verkehrs ist, indem die Schiffe aller Nationen dort anlegen und der Vereinigungspunct aller, im Orient kreuzende» Dampfschiffe ist^ Syras Wohlstand hat sich sebr gehoben; es hat jetzt Schiffswerfte, wo fleißig Schiffe gebaut werden, und tteibt einen ziemlich lebhaften Verkehr.' Der größte Ort dieser Insel, Hermopolis genannt, ist noch bevölkerter als Athen. Die Griechen sind sehr rührig und arbeitsam und le» den sehr einfach, nach orientalischer Weise. Sie sind besonders stolz und eitel, wozu ihre Kleidertracht wohl paßt. Diese Tracht, eigentlich die albanesische, ist sehr schön und romantisch. Ihre grellen Farben, wie hoch» roth und weiß, oder blau und weiß, sind ganz im Ein» klang mit den lebhaften, glänzenden Farben des Himmels und des Landes. Sie besteht aus einer rothen Tuch» müze, wie ein Hutkopf und eben so hoch, mit langer, blauseidener Troddel; einer rothen, blauen und weißen Weste, und einem Kamisol mit langen, unter dem Arm der Länge nach aufgeschlitzten Aermeln, so viel möglich