Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 9 (9.1839)
- Date
- 1839-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Schreib«, au« Griechenland. ,75 Es gewährt eine» lieblichen Anblick, auf gelben Bergen und Hügeln hie und da eine grüne Ecke, oder einen grünen Streifen zu erblicken, die des Menschen Gegenwart und Fleiß verkünden. Flaches Land gibt eS wenig. Fast Alles ist Hügel und Terrasse in unendlicher Abdachung und Verzweigung. In den dazwischen liegenden Thälern, die oft sehr an» muthig aber spärlich bewässert sind, wie überhaupt das ganze Land, befinden sich Dörfer und Felder, Oliven» gehölze und immergrünes und immerduftendes Heidekraut. Der Himmel ist immer hell und rein, gleich einer ge» gossenen, lasurnen Scheibe, von blendendem Lichte, daran die Sonne unverhüllt und ungestört einherzieht. Das Blau des Himmelü ist selten so dunkel, als wir es oft am Fuffe der Schweizergebirge gesehen und »ins daran ergötzt haben, aber rein und glänzend ist eS. Nur Abends entsteigen manchmal Dünste dem Meere, die sich in Wol» ken sammeln, kupferfarbig oder goldbraun in vielen Far» benstufen. Oft ergötze ich mich daran, diesen Dunstgestalten zuzuschauen, wie sie sich bilden und verdichten, und wieder auflösen und verschwinden. Sonst geschieht es selten, daß Gewölk über den Himmel zieht. Gewöhnlich vor Untergang der Sonne werden die ihr entgegengesetzten Berge und Hügel violetfarbig, dann pur» pnrn, endlich dunkelblau und schwarz; näher der Sonne graublau mit schmutzigem Weiß, und gelb, rvsenroth und feurig oder blutroth an der Stelle, da die Sonne sich in's Meer gesenkt. Ein Maler fände großes Ent« zücken in diesem Anblick, aber gewiß eine schwere Aufgabe, sollte sein Pinsel solch eine Mischung und Abstufiing der Farben wiedergeben. Oft habe ich zwischen den im» mergrünen Oelbäumcn hindurch, dunkelblaue Bn'ggipfel