Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 9 (9.1839)
- Date
- 1839-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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>74 Schreiden au- Griechenland. den Eindrücken, wie er sie in dem letztverfloffenen Monate erhalten. Wir lassen ihn selber sprechen. Griechenland hat ein ganz besonderes Aussehen und gewährt einen eigenthümlich schönen Anblick; das ruhige Meer, das es umgibt, — die eigenthümliche Auszackung der Ufer, die bald scheinen als wollten sie sich in'S Meer drängen, um sich mit den benachbarten Inseln zu vereinigen und um das fremde Element, das feindlich hereingebrochen und sie getrennt, zurückzutreiben, bald aber auch vor demselben zu fliehen scheinen, oder auch es gleichsam einzufassen wünschen um ihm sein Ungestüm zu nehmen, — die Berge ohne Gehölz, die sich überall gelb und sonnenverbrannt darbieten, vielleicht nur hie und da mit etwas mattgrünem Heidekraut oder doch selten mit einem dunkeln Oelbaume bekleidet, dieß Alles zusammen macht einen besondern Eindruck auf daS Gemüth; vorzüglich wenn die Erinnerung vergangenen Elendes, vergangener Freude und Uebermuthes und vergangenen Wehes, die daS Land in hohem Grade erfahren, des Reisenden Erinnerung wecken und jeder einzelnen Stelle, wie dem Ganzen, sein besonderes Interesse ge, ben. Das Innere des Landes, soviel ich davon gesehen und durch Andere erfahren, ist sehr entblößt von dem, waS wir Waldung nennen; es gibt nur einzelne Strecken mit Oelbäumen mehr oder minder dicht besetzt. Vor dem Befreiungskriege war mehr Gehölz im Lande; es ist aber während der Dauer desselben und seither großentheils ausgehauen worden; indeß hat man wieder angefangen solches nachzupflanzen. Livadien, d. h. das nördliche, außerpeloponesische Griechenland ist fruchtbarer und holzreicher als Morea, oder der PeloponeS, wahrscheinlich weil die Verheerung des Krieges sich mehr auf Morea geworfen und dort sich fühlbarer gemacht hat.