Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 7 (7.1839)
- Date
- 1839-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Di« Zeit der Propheten. )oi Sobald aber das Volk sich seiner erlangten Stärke bewußt wurde, verlangte es einen "König, wie alle Heiden haben» (1 Sam. 8, 5.). So sehr auch dieser Wunsch mit der ganzen theokratischen Bestimmung im Widerspruche war, und so wenig eine fromme und gegen Gott dankbare Gesinnung daraus hervorleuchtet, daß ein Volk unmittelbar nach der Erfahrung so wunderbarer AuShülfe und gemachter Fortschritte durch das Walten eines »Mannes Gottes» nun sein Heil mit einem Könige versuchen will, so darf doch auf der andern Seite auch nicht übersehen werden, daß dieses Vertangen erst dann laut wurde, als Samuel alt war, und das Bettagen seiner Söhne zeigte, daß sie die Leute nicht seien, nm dem Volk ihren Vater zu ersetzen. Der Glaube, daß Gott sein Werk nicht versäumen und für sein Volk die nöthige Vorkehr tteffen werde, war freilich nicht Sache der Mehrzahl; und so wurde ihnen, da eine Glaubenszuversicht, die nicht vorhanden ist, nicht geboten werden kann, ihrem Wunsche gemäß ein König gegeben in der Person des Saul. Obschon Saul den Titel eines Königes führte und die Macht eines solchen ausübte, so stand er doch in Hinsicht auf den äußern Glanz seiner neuen Würde den früher» Richtern näher als den nachherigen Königen. Wir finden ihn daher nach seiner Erwählung noch bei seiner gewohnten Beschäftigung, und die Botschaft, die ihn zum ersten Feldzuge rief, ttaf ihn vom Felde kommend »hinter den Rindern her» (1 Sam. 11, 5.). Auch blieb er sein Lebenlang in seiner Vaterstadt Gibea, in dem Stamme Benjamin, wohnen, und wir lesen nichts von einem königlichen Hofstaate, den er eingerichtet hätte. Der Widerspruch abtt, der in der Sache selbst lag, * daß Israel sollte einen König haben, »wie die Heiden,» Zitier 3«tr«.