Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 5 (5.1839)
- Date
- 1839-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Der Prophet Micha. IS9 telbar daran die Verkündigung seiner Leiden angeknüpft und dem Petrus sogleich zu erkennen gegeben, daß er, obschon der Gesalbte Gottes, doch als »des Menschen Sohn » durch Schmach und Leiden zur Herrlichkeit gehen müsse, und daß Alle, die ihm Nachfolgen wollten, auch diese Kreuzesbahn zu betteten hätten lLuk. 9, 29—23). In gleicher Weise spricht der HErr zu Ananias in Be« tteff des SauluS oder Paulus. Er hat kaum von ihm gesagt, daß er »ein auserwähltes Rüstzeug « sei, bestimmt den Ramen des HErrn zu ttagen vor Fürsten und Völker, so fügt er unmittelbar bei: »ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines NamenS willen » (Apostelgesch. 9, 15. 16.). Aus ebendemselben Grunde stellt nun auch der Geist des HErrn durch den Propheten Micha die Leiden des Durchgangs sogleich neben die Aussicht auf das herrliche Ziel. Der 8. Vers, womit dieser Abschnitt beginnt, wird auf doppelte Weise erklärt, und er reiht sich dem Sinne nach dem Vorhergehenden oder dem Folgenden an, je nachdem man sich für die eine oder die andere Erklärung entscheidet. Die Frage dreht sich um den »Thurm Eder», den der Prophet im Anfang des Verses anredet, und dem er verheißt, daß die vorige Herrschaft wieder an ihn gelangen werde. Das Wort Eder heißt auf deutsch Heerde; »Thurm Eder» kann also auch übersetzt werden Thurm der Heerde oder Heerdenthnrm. Was ist aber für ein Thurm darunter zu verstehen? Nach der einen Ansicht wäre es irgend ein Thurm dieses Namens in der Stadt Jerusalem, oder die Befestigung des Berges Zion wurde so genannt, vergleichsweise als ein Thurm zur Bewachung und zum Schutze der Heerde des Volkes, da oft der König mit einem Hirten, das Volk mit einer Heerde verglichen