Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 5 (5.1839)
- Date
- 1839-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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138 Der Prophet Micha. Die drei ersten Verse dieses Eapitels finden sich mit den nämlichen Worten auch bei dem Propheten Jesaja im Anfang seines zweiten Eapitels. *) Micha, um zu zeigen, daß diese heilige Zeit deS Friedens unmittelbar von Gott komme und dabei seine Gnade frei und umfassend auch über die Aermsten und Verlassensten seines Volkes sich erstrecke, fügt bei, daß „ die Lahmen und Verstoßenen sollen in dieses Reich ge» sammelt und die Vertttebenen zum großen Volke werden. Eap. 4, 8—14. Aber durch Leiden zur Herr, lichkeit führt der Weg Gottes. Micha, wie andere Männer Gottes, darf nicht unterlassen vor die künftige Herrlichkeit als einzigen Durchgangs^unct die »enge Pforte» zu stellen, um den durch die lichtvollen Aussichten ermuthigten Hörer nicht vergessen zu lassen, daß aus der Armuth des niedern Lebens, der Uebergang zu dem Reichthum des höher«, nur durch das dunkle Thal der Läuterung und des Absterbens möglich sei. So hat auch unser HErr, als Petrus im Namen der Zwölfe vor ihm die Ueberzeugung und Anerkennung aussprach, daß Er der Gesalbte Gottes, der Messias, sei, unmit« *1 Es fragt sich, ob die Stelle ursprünglich bei Micha sich finde, und auseiner Weissagung von Jesaja ausgenommen worden sei, oder ob umgekehrt Jesaja »uerst dies« Worte gesprochen und Micha von ihm sie hergenvmmea habe? Wahrscheinlich ist, daß bei Micha die Stelle ursprünglich ist, und Jesaja sie von ihm ausgenommen hat. Die, von mehrern Gelehrten aufgestellt« Annahme, daß der Ausspruch »»nächst einem dritten, älter» Propheten «ngrh-re und soivohl durch Jesaja als durch Micha au« diesem herübergenommen sei, ist unnöthig. Bei Micha reiht sich dies« Stell« nach Form und Inhalt vollkommen gut ein, und es veranlaßt nichts »u der Annahme, daß sie nicht unmittelbar von ihm herrührr.