Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 4 (4.1839)
- Date
- 1839-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
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112 ©fr Leviathan. In diesem und den drei folgenden Versen wird der schreckliche Anblick beschrieben, den der Leviathan gewährt, wenn er aus der Wassertiefe emporfährt, und Luft und Wasser ausstößt aus seinen Nasenlöchern. Daß dieses mit einem heftigen Geräusche geschieht, und die von innen heraus getriebene Luft in der Gestalt eines gewaltigen Dampfes, »der wie ein Rauch aussirht,» hervorbricht, haben wir schon oben (S. 104) angeführt, und werden wir weiter unten ferner uachweisen. Inwiefern« aber damit, wie die Schilderung von Vers 9. (10.) bis Vers 12. (13.) besagt, das Sichtbarwerden von Licht und Feuer verbunden sei, ist schwerer zu sagen. Gewöhnlich nehmen die Ausleger an, daß der mit größter Heftigkeit auS den Nasenlöchern ausgestoßene Wasserdampf im Sonnenstrahl glänze und zu leuchten scheine, und hier die Sache so geschildert werde, wie sie dem Auge des, von dem großartig schauerlichen Anblicke ergriffenen Menschen sich darstelle. Jndeß dürfte eS kiuer genauen, künftigen Beobachtung anheimgegeben werden, zu untersuchen, ob daS heftige Schnauben und Sprühen des erhitzten oder erzürnten Thieres nicht in der That von ei» nem phosphorescirenden Leuchten begleitet sei. Die Wimpern der Morgenröthe bedeuten die ersten Strahlen der anbrechenden Morgenröche. Mit diesen werden die Augen des Krokodils verglichen, weilwie di« Alten schon bemerkt haben, von dem ganzen Thiere, wenn es aus der dunkeln Tiefe herauf kommt, zuerst die Augen sichtbar werden. Deswegen wurde auch in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache die Morgenröthe durch Krokodilsaugen abgebildet. *) *) Horapoll. Uirrogljrph. Lib. I. Cap. 08. p. 70.