Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 4 (4.1839)
- Date
- 1839-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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110 Der Leviathan. Vers 3. (4.). Nicht schweigen will ich von seinen Gliedmaßen; dem Ausdruck seiner Stärke/ der Schönheit seiner Rüstung. DerS 4. (ü.). Wer deckt die Oberfläche seines Kleides auf?iWer greift in sein doppeltes Gebiß? Die Haut des Thieres wird als sein Kleid gedacht/ über diese Haut zieht sich aber die undurchdringliche Bedeckung seiner harten Schuppen; diese wird hier die Oberfläche seines Kleides genannt, und die Frage will sagen: Wer könnte es wagen, diesem Riesen seinen Schuppenpanzer zu entreißen? — Die andere Frage des Verses lenkt die Aufmerksamkeit auf den flirchtbar geöffneten Rachen des Thieres und die von oben und unten drohende Reihe spitziger Zähne. Vers 5. (6.). Wer öffnet die Thüren seines Angesichtes? Seine Zähne ringsum lverbreitenl Schrecken. Die Thüren des Angesichts sind die beiden Kinnladen, die das Thier aufsperrt. Die Vergleichung ist um so paffender, da im Alterthum die Thüren meist zwei Flügel hatten. *) So schrecklich der Anblick seines geöffneten, drohenden Rachens ist, so hat auch hier der Mensch nicht un« terlaffen dieser Gefahr zu trotzen, er der überall wenigstens den Versuch wagt, mit dem Schrecklichsten es aufzunehmen. Bekannt ist die verzweifelte Art des Krokodilfangs die schon in älterer Zeit unternommen worden, nämlich mit einem aufgerichteten kurzen, an beiden Enden gespitzten, und in der Mitte ergn'ffenen Eisen dem Krokodil entgegenzuschwimmen; öffnete es den Rachen, so fuhr der Kämpfer getrost hinein, und indem das Thier *) .Daher auch dalthe pinav steht. Eigentlich: die beiden Thürslügel seine» Angesicht«. i