Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 3 (3.1839)
- Date
- 1839-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Der deutsche Handwerker in Zerusalem. 8» Christen straße (Harat d * Naffura), dir aus dem Kloster auf die Schädelstätte fühtt: und siehe! als wäre Alles zu neuem Leben auferstanden und als hätte sich die stille Rührung der vergangenen Tage aufgelöst in Lust und Seligkeit, so strömten die Pilger mit einem freudestrahlenden Ostergesichte dem Tempel zu. Ich folgte ihnen. Aber meine Freude verschloß sich in das stille Heiligthum der Seele und ward zur seligsten Rührung, als ich in einem einsamen Winkel des Tempels niederkniete und die tief gefühlten Worte stammelte: »Der Tod ist verschlungen in den Sieg. — Tod, wo ist nun dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? — Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unscrm HErrn Jesum Christum.« (1. Cor. 15, 55. 57.). Mit feierlicher Messe eröffneten die Franciscaner das Fest. Ihr folgte große Procession, die sich in gleicher Weise bewegte, wie die deS Palmsonntages. Die Priester prangten in ihrem köstlichsten Schmuck. Der Glanz der Edelsteine, mit denen sich die reichen Armenier bedeckt, blendete das Auge, während ihr näselnder Gesang das Ohr betäubte und verletzte. Die Griechen, stattlich in ihrer ganzen Haltung, brüsteten sich mit ihren prachtvollen Shwals. Nur die FranciScaner waren schlicht geblieben, wie immer. Ihr einziger Schmuck bestand in langen, weißen Gewändern, die um ihre braunen Kutten siatterten. Seidene Fahnen mit bildlichen Darstel, lungen der Geschichte dieser Tage schwebten über den Glatzen der Geistlichen und über den Häuptern der zahllosen Pilger, deren einzelne entblößt, andere mit einem Turban bedeckt waren. Als der Zug vor dem offenen Grabe ankam, es war die neunte Morgenstunde, ward dir freudige Rührung in heiligen Hymnen laut, in die ein großer Thril der