Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 3 (3.1839)
- Date
- 1839-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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90 Oer teulsche Handwerker i» Jerusalem. versammelten Menge jubelnd einstimmte. Man sah, die Andacht war nicht erzwungen und erheuchelt, sie war ein freies Erzeugniß jener Frömmigkeit, welche die Meisten der Anwesenden oft auS weiter Ferne hierher gelockt. Mir war so wohl und so wehe zugleich: ich dachte der Tage, die den Jubel des ersten christlichen Osterfestes gehört; ich dachte der Jahrhunderte, die seit jener Zeit mit ihren Freuden und beiden über diese Stätte, und über die Menschheit dahin gezogen; ich dachte der Gegenwart, die mich mit ihren Wundern umfing und meine fromme Stimmung ward zum heißesten Gebete, das wohl jemals über meine Lippen kam. Ueber das heilige Feuer am Ostersonnahend äußert sich Döbel folgenderntassen: Zu den (Zeremonien der griechischen Kirche gehört jenes abergläubische Feuer, womit die Priester des heiligen Grabes die staunende Menge am Osterfeste zu blenden suchen. Doch schien dasselbe schon während meiner Anwesenheit einen großen Theil seiner zauberischen Kraft verloren zu haben; und wenn auch einzelne starrgläubige Schwärmer halbtodt zu Boden fielen, als die strahlende Flamme, wie durch ein Wunder hervorgerufen, um die Mitternachtsstunde des beginnenden Oster, festes in der Kapelle dcS heiligen Grabes emporloderte: so sah ich auch schon andere über solches Blendwerk lächeln und in ihrer Andacht mehr gestört als begeistert. Und doch meinten die Griechen, ihre fromme Gaukelei rccbt geschickt veranstaltet zu haben. Denn nachdem sie mit dem Scheine der Demuth der Procession der Lateiner und Armenier den Vorrang gelassen, ohne daß durcb dieselbe daS heilige Feuer in dem dunkeln Grabes-