Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 3 (3.1839)
- Date
- 1839-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Der deutsche Handwerker in Jerusalem. das hohe Triumphwort unauslöschlich in die Herzen der Gläubigen schreiben: »Er ist auferstanden! <« Eine freudige Regung wogt durch die bewegliche Menge. Die leere Gruft öffnet sich, deren Fesseln die ewige Lebenskraft deS Göttlichen siegreich gesprengt, nnd die heilige Flamme lodert hoch an den Gewölben empor. *) Ein betäubendes Geschrei begrüßt sie; ^Tausende stürzen gleich Wahnsinnigen zu Boden und jubeln in ihren verschiedenen Sprachen ihr Entzücken a»S. Einige klatschen, wie bei einem wohlgelungenen Schauspiele, hocherfreut in die Hände; Andere beten auS deS Herzens Fülle und in ihren Thränen spiegelt sich die wunderbare Gluth. Ich stand verwirrt. Dieser Sturm der Gefühle riß mich mit sich fort. Ich wußte kaum wie mir geschehen, und nach meiner Rückkehr in daS Kloster gingen im leichten Morgenschlummer all diese bunten Erscheinungen in wunderlichen Bildern vor dem aufgeregten Geiste vorüber. Kaum blickte der freundliche Morgen deS OsterfesteS über den kahlen Scheitel des OelbergeS auf die heilige Stadt, als ein jubelndes Geschrei aus meinem späten Schlaf mich weckte. Ich eilte hinaus auf die *) E« «ft dieses das berühmte, angebliche Wunder, wonach alljährlich am Abend vor Ostern, nachdem alle Lampen gelöscht worden, ein wunderbares Feuer vom Himmel dieselben wieder enttünden soll. Der handgreistiche Betrug, der dabei gespielt wurde, und die gräulichen Unordnungen, welche entstanden, da jeder Pilger der erste sein wollte, seine geweihte Kerje am Wunderlichte,u entjünden, das au« der Grabeskapelle herausgereicht wurde, haben seit Langem alle Reisenden mit dem tiefsten Unwillen erfüllt. Die ausführlicher« Mittheilungen Döbels über diesen Gegenstand wollen wir, um hier die Srjäblung nicht ,u unterbrechen, am Schluffe derselben anfügen, und mit den Bemerkungen einiger andern Reisenden begleiten.