Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 3 (3.1839)
- Date
- 1839-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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7« Zerusaltin. Übel, das einmal hier einheimisch geworden ist, und in seinen eigentlichen Pflanzschulen, Kairo und Konstantinopel nie ganz verschwindet, sondern in leichten Formen, z. B. als typhöse Fieber, immer fortlebt, wird nicht an der Wurzel angegriffen. Ich sah in Alexandrien ein Dörfchen der Soldaten auf einer Stelle entstehen, wo man zur Zeit der Cholera -eichen begraben hatte, und ein angesehener Türke baute auf einer ähnlichen Stelle sein Haus. Bricht in einem türkischen Hause hier die Pest aus, so geschieht die Anzeige erst nach erfolgtem Tod, und man trifft die Leiche häufig ohne Kleider, ohne Bette, folglich das Uebel bereits unter die Erben vertheilt. Bucht sie in einem Harem (FrauenhauS) aus, so ist es noch ärger, denn die Eifersucht verschließt die Thüren, und höchstens Weiber finden Zutritt, auf die man sich häufig nicht verlassen kann. Die Christen, obschon nicht minderem Elende preisgegeben alS die Muhammedaner, bleiben viel häufiger von diesem Uebel, wenigstens hier zn Lande, verschont. Warum? weil sie klüger sind, mehr Sinn für polizeiliche Maaßregcln haben und mehr auf Gottes Schuh und die eigene Kraft bauen, statt einem blinden Schicksale sich sklavisch zn ergeben. Der Pest halber mußte ich meinen anfänglichen Reiseplan ändern, und gehe nun nach Jaffa, um dort Quarantäne zu halten, und sodann meine Reise über Acre und Nazareth nach Tabarie (TiberiaS) und von dort nach Beirut fortzusehen. Jaffa, den 7. Decbr. (1838). Ich bin nun hier in Quarantäne, die gar nicht übel ist. Die Aussicht auf's Meer, ein erträgliches Local versüßen etwas die kurze Gefangenschaft. Die angenehmste Erscheinung aber ist mir der Inspektor, ein gebvrner Deutscher, ein feiner,