Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 3 (3.1839)
- Date
- 1839-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Jerusalem. 75 Ich bin nun seit dem 19. Novbr. (183«) in Jerusa« Inn*), und habe in dieser Zeit alle in religiöser und wissenschaftlicher Beziehung interessanten Oertlichkeiten besucht, die durch frühere Reisende und durch die Geschichte unserer Religion hinlänglich bekannt sind, und über deren gegenwärtige Zustände ich seiner Zeit die geeigneten Mittheilungen geben werde. In der Hälfte des Weges von Jerusalem nach Jericho bemerkt man das sehr starke Abfallen deS Bodens gegen das Jordanthal, was aber zuletzt, wo man mehr als eine Stunde lang einen sehr stellen Berg ununterbrochen hinabreitet, besonders auffällt. Ich besuchte die Ruinen des alten Jericho, und begab mich dann nach dem kleinen Dorfe Richa, das etwa in der Mitte des 2*/a Stunden breiten Jordanthales in einer Aue liegt, und brachte auf den Zinnen eines alten Castells, nach meiner Gewohnheit im Freien, die Rächt zu. Des Morgens n'tt ich an den Jordan. Von da begab ich mich zur Küste des tobten Meeres. **) Wir haben auch hier (in Jerusalem) die Pest, und zwar ist sie Heuer schon das zweite Mal hier. Sie haust nur unter den Türken, eine Folge der Dummheit und fanatischen Abneigung dieser Leute gegen alle europäi, scben Maßregeln, die nach ihrer Meinung den Geschicken Gottes entgegen sind. Das Land ist zwar voll von Quarantänen, Sanitäts-Verfügungen und Wächtern; alles dieses ist jedoch beinahe umsonst, denn das Pest- *) Da« Schreiben ist vom i. December. **1 Hier folgen nun in dem Berichte de«Lrn. Rustegger nähere Angaben über seine barometrischen und geognostischen Beobachtungen, au« denen wir, in Verbindung mit dem» wa« er in dieser Begehung über Jerusalem selbst sagt, da« Wesentliche hera»«heben und am Schluffe de« Briefe« im Zusammenhang unfern Lesern darlegen wollen.